Die Protestierenden kündigen Demonstrationen für Gesundheit und Bildung bis zur WM im Juni an. / Copyright: Agência Brasil
Die Protestierenden kündigen Demonstrationen für Gesundheit und Bildung bis zur WM im Juni an. / Copyright: Agência Brasil

Die Protestierenden kündigen Demonstrationen bis zur WM im Juni an. / Copyright: Agência Brasil

Auch sieben Monate nach der großen Protestwelle im Juni vergangenen Jahres und knapp drei Monate vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft gehen die Proteste in Brasilien weiter. Am 13. März demonstrierten in São Paulo abermals rund 1500 Personen gegen die hohen Ausgaben für die Fußball-WM.

Die Demonstration unter dem Motto „Sem direitos – Não Vai Ter Copa“ („Ohne Rechte – Wird es keine WM geben“) forderte Verbesserungen am Gesundheitssystem, im Bildungssektor und im öffentlichen Nahverkehr, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtet. Auch gerät immer wieder die Haltung der Regierung gegenüber dem Fußball-Weltverband FIFA in den Fokus der Proteste, so Agência Brasil. Rousseff werde dafür kritisiert, sich uneingeschränkt den Vorgaben der FIFA zu beugen.

Wie es von Seiten der Organisatoren hieß, richtete sich der Protest gegen die unverhältnismäßig hohen öffentlichen Ausgaben für den Bau von Stadien und die für die WM notwendige Infrastruktur. „Nach Prognosen erreichen die Ausgaben für die WM 33 Milliarden Reais (circa zehn Milliarden Euro) – das Land wird für 85,5 Prozent dieser Ausgaben aufkommen, verteilt auf Bund, Länder und Kommunen“, wie es im Ankündigungstext für die Demonstration heißt. Es sei offensichtlich, dass die Fußball-WM keineswegs die Gelder einspiele, die zuvor mit öffentlichen Mitteln investiert wurden. Gleichzeitig fehle es an Investitionen im Gesundheits- und Bildungswesen, so der Aufruf. Auch der unzureichende und teure Nahverkehr steht nach wie vor im Fokus der Proteste.

Begleitet war auch diese Demonstration von einem Großaufgebot der Polizei, die mit 1.700 Beamten im Einsatz war. Nachdem es den Demonstranten in der Vergangenheit immer wieder gelang, mitunter wichtige Straßen zu blockieren, haben die Sicherheitskräfte von São Paulo ihre Taktik angepasst und schirmen die Demonstranten mit einem erheblich höheren Personalaufgebot ab. Zu Beginn der Demonstration kam es in Folge von Sachbeschädigungen gegen eine Bank sowie einem Angriff auf die Polizei zu vereinzelten Festnahmen.

Zuletzt waren bei einer Demonstration am  22. Februar über 260 Menschen vorübergehend festgenommen worden. (BrasilNews berichtete, 27.02.2014). (ms)