Teilweise sorgen die Randstädte für mehr als 50 Prozent der Metropolregionen. / Copyright: Agência Brasil

Dank der Auslagerung von Industrien aus den Zentren in benachbarte Städte lässt sich in den Gemeinden dort langsam eine wirtschaftliche Entwicklung wie in den Hauptstädten beobachten. Indem die Städte Industriezentren ausbauen, schaffen sie es also ihren Ruf als „Schlafsaal“ oder „Armutsumgebung“ abzulegen. Laut einer Studie lässt sich der Trend in den Peripherien der 15 größten Metropolregionen Brasiliens nachweisen.

Die Studie wurde vom brasilianischen Bundeswirtschaftsrat (Cofecon) veröffentlicht. Demnach konnten einige Randstädte sogar die wichtigsten Kenngrößen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Metropolregionen übertreffen. Während sich die großen Städte Schritt für Schritt auf Dienstleistungen spezialisieren, wandeln sich die kleinen Gemeinden mehr und mehr zu Industriestandorten.

Verantwortlich für 40 Prozent der Bevölkerung und 50 Prozent des nationalen BIP weisen die 15 größten Metropolregionen ein höheres wirtschaftliches Entwicklungsniveau auf als andere Städte im Land. Das BIP pro Kopf dieser Regionen liegt 30 Prozent über dem nationalen Durchschnitt. „Die Industrie ist der entscheidende Faktor. Wo es industrielle Aktivität gibt, gibt es mehr Entwicklung. Der Unterschied heute ist, dass sich dieser Prozess an den Stadtrand verlagert“, sagt der Vize-Präsident des Cofecon Julius Miragaya, Autor der Studie.

In acht Orten, wie die Untersuchung zeigt, vereinigen die Randstädte mehr als 50 Prozent des BIP der Metropolregionen auf sich, wodurch sie die Hauptstädte übertreffen: Campinas in São Paulo mit 61,2 Prozent, Porto Alegre (59,5 Prozent), Belo Horizonte (57 Prozent), Recife (52,7 Prozent) und Vitória (52,7 Prozent). In Salvador (45,3 Prozent) und in Curitiba (43,5 Prozent) nähert sich die Wirtschaftsleistung der Randgemeinden den 50 Prozent an. (ls)

Quelle: Agência Brasil