Historisches staatliches Schatzamt (Tesouro do Estado) in Cuiabá, Mato Grosso / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, M.Hidalgo

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Die Einnahmen für den brasilianischen Staat haben sich im Laufe diesen Jahres deutlich reduziert und so die Handlungsfähigkeit der brasilianischen Regierung Initiativen ohne Neuverschuldung durchzuführen gemindert. Insgesamt beträgt der Rückgang der Staatseinnahmen geschätzte 12,5 Milliarden Reais (ca. 4,9 Milliarden Euro) für das Jahr 2012. Im Juli diesen Jahres wurde ein inflationsbereinigter Rückgang um 7,5 Prozent der Staatseinnahmen im Vergleich zum Juli 2011 registriert.

Da die Staatseinnahmen von Januar bis Juni nur um inflationsbereinigte 1,89 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen waren, bedeutet dies effektiv ein Rückgang der Staatseinnahmen für das Jahr 2012. Da die gestern (27.08.) veröffentlichte Schätzung der Staatseinnahmen auch das kommende Jahr mit umfasst, lässt sich vom heutigen Standpunkt aus bereits eine weitere Reduktion der Staatseinnahmen absehen. Geschätzt wurde für 2013 ein Rückgang um 23,9 Milliarden Reais (ca. 9,4 Milliarden Euro).Damit ist der Verteilungsspielraum für soziale Initiativen und wirtschaftsfördernde Massnahmen wie sie die Regierung derzeit gegen die Krise einzusetzen pflegt für die kommenden eineinhalb Jahre  insgesamt um 36,4 Milliarden Reais (rund 14,3 Milliarden Euro) reduziert.

Einer der Hauptgründe des Rückgangs ist die Korrelation zwischen wirtschaftlicher Leistung und den daraus sich ergebenden Staatseinnahmen. Vor allem in der industriellen Produktion und in den Gewinnen der Unternehmen gab es in 2012 eindeutige Reduktionen und diese führen zu geringeren Einnahmen auch beim Staatshaushalt. Initiativen wie die Reduktion der Steuer auf Industrieprodukte (Imposto sobre Produtos Industrializados, kurz: IPI), um die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Bereich zu fördern haben ihren zusätzlichen Einfluss auf das Ergebnis im Staatshaushalt. Da dies nicht die einzige Initiative war, welche die brasilianische Regierung in diesem Jahr gestartet hatte, um die wirtschaftliche Entwicklung zu stimulieren, war die Reduktion der Staatseinnahmen ein absehbares und vielleicht auch gern in Kauf genommenes Resultat einer kontrazyklischen, aktiven Wirtschaftspolitik der Regierung Dilma Rousseff.