Die Präsidialamtsmininsterin, Gleisi Hoffmann, erwägt internationale Flugfirmen während der WM lokale Flüge anzubieten. Copyright Agência Brasil
Die Präsidialamtsmininsterin, Gleisi Hoffmann, erwägt internationale Flugfirmen während der WM lokale Flüge anzubieten. Copyright Agência Brasil

Die Präsidialamtsministerin Gleisi Hoffmann erwägt, internationale Fluggesellschaften zur WM Inlandsflüge anbieten zu lassen. / Copyright: Agência Brasil

Brasilien könnte zur kommenden Fußball-WM ab Juni 2013 internationalen Fluggesellschaften erlauben, Inlandsflüge anzubieten. Dies bestätigte die Präsidialamtsministerin Gleisi Hoffmann in einem Interview mit der brasilianischen Tageszeitung Folha de S.Paulo am gestrigen Sonntag (05.01.14). Damit reagiert die Ministerin auf eventuelle Missbräuche der heimischen Fluggesellschaften bei der Preisgestaltung von Flügen während der WM.

Derzeit bieten brasilianische Fluganbieter die Flüge zu Spielstätten der WM um bis zu 200 Prozent teurer an als gewöhnlich. Zudem variieren die Preise der Fluggesellschaften für die gleichen Flüge um bis zu 176 Prozent, wie Folha ermittelte. Um beispielsweise von São Paulo zur Hauptstadt Brasília zum Spiel Brasilien gegen Kamerun am 23. Juni zu fliegen, verlangt die Gesellschaft Azul laut der brasilianischen Zeitung derzeit 2.435 Reais (circa 750 Euro).  Mit der Fluggesellschaft TAM kostet ein Flug auf der selben Strecke nur 879 Reais (rund 270 Euro). Die Regierung sieht darin keinen üblichen Marktwettbewerb, sondern überhöhte Preise und Missbrauch durch die Gesellschaften. „Wir werden alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, dagegen vorzugehen, womöglich auch den Markt für ausländische [Gesellschaften] öffnen“, erklärte Hoffmann.

Brasilien zielt vor allem darauf ab, die erwarteten 600.000 ausländischen und drei Millionen inländischen Touristen nicht durch horrende Flug- und Hotelpreise abzuschrecken. Hoffmann kündigte aber an, den Hotels keine Preise vorzuschreiben oder Höchstgrenzen festzulegen. Doch man werde alles Mögliche tun, um gegen Überteuerung vorzugehen, so die Ministerin abschließend. (ms)