Die staatlichen Ausgaben für Reisekosten 2013 betrugen 2,2 Milliarden Euro. / Copyright: VinylVictim, Wikimedia Commons
Die staatlichen Ausgaben für Reisekosten 2013 betrugen 2,2 Milliarden Euro. / Copyright: VinylVictim, Wikimedia Commons

Die staatlichen Ausgaben für Reisekosten 2013 betrugen 2,2 Milliarden Euro. / Copyright: VinylVictim, Wikimedia Commons

Die brasilianische Regierung hat aufgrund der steigenden Preise zur WM bereits erste Entscheidungen getroffen, was die Ausgaben für Flugtickets und Unterkunft während der Veranstaltung betrifft. Wie die Tageszeitung Folha de S.Paulo ermittelt hat, verschicken die staatlichen Behörden Rundschreiben oder geben Informationen heraus, in denen sie ihre Mitarbeiter anleiten, Flüge während der WM zu vermeiden. Sollten Flüge dennoch stattfinden müssen, sollen die Mitarbeiter zur Unterkunft zumindest Apartments oder Häuser mieten anstatt in Hotels unterzukommen. Die Bundespolizei auf den Autobahnen hatte mit steigenden Preisen bereits während des Confed-Cup Erfahrung gemacht. In diesem Jahr, wenn eine Vielzahl an Fußballteams durch das Land zu den Gastgeberstädten reist, wo es nach Berechnungen der Behörden zu einem Anstieg des Verkehrs um 50 Prozent kommen wird, haben die Polizisten sich bereits darauf vorbereitet und gemeinsam Häuser als Unterkunft gemietet.

Die Vereinigung „Koordination zur Verbesserung des Hochschulpersonals“ (Coordenação de Aperfeicoamento de Pessoal de Nível Superior, kurz: Capes) gab bereits vor drei Wochen eine Bekanntmachung heraus, in der sie die „akademische Gemeinschaft“ anleitet, keine Unterstützung für Kosten für Konferenzen, Kongresse und andere Veranstaltung in den WM-Städten zu erbitten. Ein ähnlichen Ansatz hat auch das Bildungsministerium gewählt hinsichtlich der Stipendiate des Programms „Wissenschaft ohne Grenzen“. Die Vereinigung Capes kaufte die Tickets für die zurückkehrenden Teilnehmer des Programms bereits im Voraus, da die Rückreise bis Juni stattfinden muss, wenn die Spiele beginnen. Darüber informierte die Mitarbeiterin der Vereinigung Denise Neddermeyer, zuständig für die internationalen Beziehungen, bereits in einer Sitzung im vergangenen Monat.

Für die brasilianischen Aufsichtsbehörden lautet die Vorgabe nur Flüge zu unternehmen, die dringend notwendig sind. Die staatlichen Mitarbeiter bekommen täglich Bescheid, wann sie im Staatsauftrag reisen. Die Flugpreise liegen in der Regel zwischen 177 und 581 Reais abhängig vom Zielort – Reisen in den Süden und Südosten sind häufig teuerer – und von der Position der Beamten – für Staatsminister fallen in der Regel die höchsten Reisekosten an. In 2013 lagen die Ausgaben des Staates für diese Tickets und Ausgaben bei 2,2 Milliarden Reias, ein Anstieg um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus offiziellen Daten hervorgeht. (ls)