Mit einer speziellen Software soll das Netz nach Hassseiten durchsucht werden. / Copyright: Agência Brasil
Mit einer speziellen Software soll das Netz nach Hassseiten durchsucht werden. / Copyright: Agência Brasil

Mit einer speziellen Software soll das Netz nach Hassseiten durchsucht werden. / Copyright: Agência Brasil

Das Sekretariat für Menschenrechte von Brasilien will verstärkt gegen Hass im Internet vorgehen. Dazu gab das Amt am Montag (15.12) bekannt, ab jetzt eine neue Software zu nutzen, die solche Vorfälle erfasst. Dazu wird die Software Daten im Netz sammeln und Netzwerke ausfindig machen, die gegen Gruppen oder Einzelpersonen hetzen. Die Software wird die wichtigste Arbeit der Arbeitsgruppe gegen Hassnetzwerke im Netz sein.

„Wir sehen eine Zunahme solcher Straftaten und sind besorgt. Es ist mehr als an der Zeit, dass wir diesen im Netz nachspüren und beseitigen“, sagte die Ministerin des Sekretariats, Ideli Salvatti, gegenüber der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil. Sie wies dabei auf den Fall einer Frau hin, die im Mai von Bewohner der Stadt Guarujá in Sao Paulo bis zum Tod verprügelt worden war, nachdem im Netz falsche Anschuldigungen gegen sie aufgetaucht waren. Im Netz warf man ihr vor, mit Kindern Rituale schwarzer Magie zu zelebrieren.

Auf Basis der Informationen, die die Software beschaffen soll, will die Arbeitsgruppe Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft oder der Bundespolizei stellen. Drei Fälle werden bereits analysiert, die auf solchen Anzeigen basieren. Dabei geht es in einem Fall um die Bundesabgeordneten Maria do Rosário und Jair Bolsonaro. Dieser hatte in der vergangenen Woche gesagt, er würde die Abgeordnete nur nicht vergewaltigen, weil sie es nicht verdiene. Ein junger Mann postete in einem sozialen Netzwerk ein Foto und drohte Maria do Rosário mit Vergewaltigung, wie das Sekretariat für Menschenrechte sagte. Zwei andere Fälle beschäftigen sich mit Seiten nazistischer Haltung und einer Seite, die Gewalt gegen Frauen predigt. (ls)