Laut Richter sollten Drogenabhängige nicht als Kriminelle betrachtet werden. / Copyright: Wikimedia Commons, Bogdan
Laut Richter sollten Drogenabhängige nicht als Kriminelle betrachtet werden. / Copyright: Wikimedia Commons, Bogdan

Laut Richter sollten Drogenabhängige nicht als Kriminelle betrachtet werden. / Copyright: Wikimedia Commons, Bogdan

Die Diskussion um den Gebrauch von Marihuana in Brasilien geht weiter: Jetzt haben Richter das Verbot von Marihuana in Brasilien verurteilt. Sie nahmen an einer öffentlichen Anhörung bei der Kommission für Menschenrechte des Senats teil, um über die Regeln für einen medizinischen, industriellen und freien Gebrauch zu diskutieren. Speziell ging es dabei um die Auswirkungen des Konsums für die Justiz.

„Verbote funktionieren nicht. Ich würde zwar nicht sagen, dass eine Regulierung die Lösung ist, aber ein Verbot hat schon in Bezug auf Alkohol in den USA nicht funktioniert und in Bezug auf Drogen scheitert diese Herangehensweise auf der ganzen Welt“, sagte der Richter Luiz Corcioli Filho. Für den Magistrat Carlos Maroja sollte man die Leute, die Drogen nehmen, nicht als Kriminelle ansehen, sondern als Menschen, die Hilfe brauchen.

Laut ihm kommen die vier Gerichte für Betäubungsmittel im Bundesdistrikt zusammen auf 10.000 Prozesse, bei denen es auch um Menschenhandel geht – viele der Drogenabhängigen würden auf diesem Weg die Drogen zu Geld machen, um ihre Sucht zu befriedigen. „Diese Leute ins Gefängnis zu stecken, hilft leider nicht die Betroffenen zu bekehren, und gerade die fehlende Einsicht ist in der Sache das größte Problem.“

Ein Verbot von Marihuana wurde auch vom Richter João Batista Damasceno kritisiert, Vertreter der Richtervereinigung für Demokratie. Er betonte, dass eine Regulierung des Marihuana-Konsums nicht bedeute, dass der Konsum steige. „Die Regulierung von Produktion, Handel und Konsum von Drogen kann dabei helfen, das Problem endlich bei Tageslicht zu sehen – das Sonnenlicht ist beste Gegenmittel – und so werden wir auch die schädlichen Auswirkungen eines Verbots erkennen.“ (ls)