Der Bundesstaat Rio de Janeiro will den Maracuja-Anbau intensivieren / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, V. Rachitzky

Der Bundesstaat Rio de Janeiro will den Maracuja-Anbau intensivieren / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, V. Rachitzky

Derzeit steigen die Preise für Passionsfrüchte beziehungsweise Maracujas in Rio de Janeiro und befinden sich auf ihrem Höchstwert. Laut Sérgio Censi, Mitarbeiter des brasilianischen Forschungsunternehmens für Land- und Viehwirtschaft EMBRAPA (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária), sei diese Entwicklung auf das geringe Angebot der Frucht auf dem Markt zurückzuführen.

Aus diesem Grund sehe man nun vor, stärker in den Maracuja-Anbau zu investieren. „Die Idee ist es, die Landwirte und die Produzenten zu unterstützen und Technologien weiterzuentwickeln, damit die Produktion vergrößert werden kann und wir gleichzeitig auch Arbeitsplätze schaffen“, so Censi. Rio de Janeiro war früher bereits ein großer Maracuja-Produzent, die Produktion müsse also nur wiederaufgenommen werden.

Laut einer Studie der EMBRAPA sank der Anbau der Frucht zwischen den Jahren 2004 und 2007 von 2.500 Hektar Fläche auf 300 Hektar. Ursache dafür seien Probleme mit Schädlingen gewesen, die Ernteeinbußen mit sich brachten. Das wäre nicht nur im Bundesstaat Rio de Janeiro ein Thema, sondern ein generelles Problem der Produktionsketten. Ziel sei es jetzt, die Produktion auf nachhaltige Weise zu stabilisieren und neue Technologien einzusetzen. Dafür wurden neue Pflanzen entwickelt, die gegen den Erreger resistent sind und sogar mehr Früchte tragen.

Ein weiterer Ansatz der EMBRAPA ist die Weiterverwertung von Abfallprodukten bei der Saftindustrie, denn nur 30 Prozent der Früchte bestehen aus Fruchtfleisch und werden für die Herstellung von Säften benötigt. Aus der Schale könne beispielsweise eine Art Pulver hergestellt werden, das zur Kontrolle von Blutzucker bei Diabetes und des Cholesterinspiegels dienen sowie in der Frucht- und Zuckerindustrie Anwendung finden kann. Aus den Kernen gewinnt man des weiteren Öl für die Kosmetikindustrie.

Laut der Studie ist Rio de Janeiro einer der Hauptkonsumenten von Maracuja und muss deshalb 90 Prozent von anderen Bundesstaaten Brasiliens importieren. Auch sei Brasilien einer der größten Maracuja-Produzenten und Exporteure weltweit. (ds)