In Rio de Janeiro fanden gestern Proteste gegen die Neuverteilung der Einnahmen aus dem Erdölgeschäft statt / Copyright: Agência Brasil

In Rio de Janeiro fanden gestern Proteste gegen die Neuverteilung der Einnahmen aus dem Erdölgeschäft statt / Copyright: Agência Brasil

Gestern (26.11.) fanden in Rio de Janeiro Proteste gegen die Neuverteilung der Gewinne aus dem Erdölgeschäft (royalties) statt. Rund 200.000 Menschen protestierten in Kostümen verkleidet auf den Straßen des Stadtzentrums mit dem Ziel, dass die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff Veto gegen die Änderung des Royalties-Gesetzes einlege.

Die Regierung hatte nach langwierigen Diskussionen rund um das Thema kürzlich die Änderung des Gesetzes genehmigt. Mit dieser Änderung werden sich die Gewinne aus dem Erdölgeschäft Brasiliens gleichmäßig auf die Bundesstaaten aufteilen. Das bedeutet, dass die Bundesstaaten, die Hauptproduzenten sind, nicht mehr den größten Anteil der Gelder zur Verfügung haben, sondern sich die finanziellen Mittel auch auf die restlichen Regionen aufteilen. Als Konsequenz daraus müssen nun die Hauptproduzenten mit starken Verlusten leben.

So rechne man damit, dass das Bildungswesen und die Forschung in Rio de Janeiro Bereiche sind, die am stärksten mit den Einbußen zu kämpfen haben werden. Eines der Projekte, die eingestellt werden müssten, ist der Bau eines Universitätscampus‘ im Westen der Stadt (Centro Universitário Estadual da Zona Oeste, kurz: UEZO), deren Baustart ursprünglich für 2013 geplant war. Die UEZO ist einer der neuesten Universitätskomplexe in Rio de Janeiro, der in der ärmsten Regionen der Stadt gelegen ist und derzeit zehn Studiengänge für 1.600 Studenten anbietet. (ds)