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In diese provisorische Station der Polícia Pacificadora (UPP) in der Favela Rocinha wurde der Arbeiter Amarildo de Souza vor seinem Verschwinden gebracht. / Copyright: Agência Brasil

In diese provisorische Station der Befriedungspolizei, Polícia Pacificadora (UPP), in der Favela Rocinha wurde der Arbeiter Amarildo de Souza vor seinem Verschwinden gebracht. / Copyright: Agência Brasil

Der neue Kommandant der so genannten Polizeieinheiten zur Befriedung der Favelas von Rio de Janeiro (Polícia Pacificadora, kurz: UPPs), Frederico Caldas, will sich in seinem Amt für ein besseres Benehmen der Polizisten als auch für mehr Respekt der Bewohner für die Polizei einsetzen. Er werde kein Fehlverhalten seitens der Beamten tolerieren, so Caldas während seiner Rede zur Amtsübernahme. Die UPPs stellt eine Art Nachbarschaftspolizei dar, die innerhalb der Favelas stationiert wurde, nachdem Polizei und Militär bekannte Drogendealer aus diesen vertrieben hatten.

Caldas versprach dabei, die einzelnen Polizeibeamten besser zu kontrollieren. Wie das gelingen wird, machte er jedoch nicht deutlich. Die größten Herausforderungen seien zudem die aktuellen Konflikte in den Favela-Komplexen Rocinha und Complexo do Alemão. In beiden Fällen sehe der neue Kommandant die Autorität der UPPs herausgefordert. In der Rocinha war der Hilfsarbeiter Amarildo Dias de Souza seit dem 14. Juli 2013 verschwunden, nachdem er von Militärpolizei zur Wache der vor Ort stationierten UPP gebracht worden war. Später war er ermordet aufgefunden worden. Das Schicksal des jungen Mannes wird nun der Polizei zur Last gelegt.

In der Favela Complexo do Alemão wurde am 16. Juli dieses Jahr der Sitz der NRO AfroReggae angezündet. Die bekannte Organisation setzt sich für Verständigung ein und kooperiert auch mit der örtlichen Polizei. In einer benachbarten Favela, der Vila Cruzeiro, wurden am 1. August die Scheiben der UPP-Station eingeschossen. Der neue Kommandant verpflichtet sich die Fälle aufzuklären und setzte dabei auf die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Auch anonym solle es möglich sein, gegen Polizisten Aussagen zu machen, so Calda abschließend. (ms)