Der Steit um das touristisch wertvolle Gebäude am Maracanã-Stadion spitzt sich zu. Am Dienstag umstellte Polizei das seit 2006 von Indigenen besetzte Hause / Copyright: Agência Brasil
Der Steit um das touristisch wertvolle Gebäude am Maracanã-Stadion spitzt sich zu. Am Dienstag umstellte Polizei das seit 2006 von Indigenen besetzte Hause / Copyright: Agência Brasil

Der Steit um das touristisch wertvolle Gebäude am Maracanã-Stadion spitzt sich zu. Am Dienstag umstellte Polizei das seit 2006 von Indigenen besetzte Hause / Copyright: Agência Brasil

Der Streit zwischen Indigenen und dem Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro um das ehemalige „Museu do Índio“ (Museum des Indianers) spitzt sich zu. Das von 50 bis 60 Indigenen besetze Gebäude liegt gegenüber dem berühmten Stadion Maracanã in Rio de Janeiro und dient ihnen vor allem als Verkaufsstätte indigener Handwerkskunst an diesem touristisch wertvollen Ort. Das Gebäude aber wurde vor einigen Tagen von Polizei umstellt.

Seit Beginn der Baumaßnahmen an dem Stadion zur Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien versucht die Regierung das Gebäude mit dem Ziel freizubekommen, es einzureißen. Laut dem Gouverneur des Staates Rio de Janeiro, Sérgio Cabral, wird die Fläche dringend benötigt, um die anreisenden Stadiongäste aufzufangen. Am Mittwoch (16.01.) bot Cabral als Ersatzgebäude ein ehemaliges Gefängnis im Nachbarbezirk an. Diese solle umgebaut und für die Bedürfnisse der Indigenen hergerichtet werden.

Diese aber gaben bereits bekannt, dass sie keine Vorschläge akzeptieren werden, das Haus zu verlassen und verweisen auf ihr Gewohnheitsrecht in dem seit 1977 leerstehenden Gebäude, das sie im Jahr 2006 besetzten. Mittlerweile gilt es als wichtiger Anlaufpunkt für Indigene unterschiedlicher Ethnien im Land, um Kunsthandwerk zu verkaufen.

Unterstützung erhalten sie nun auch von anderer Seite. Das Bundesinnenministerium ging am Montag (14.01.) gegen die Landesregierung in den Rechtsstreit und pocht auf Unterlassung der Räumung und Zerstörung des Gebäudes. Der Schutz der 23 Familien stehe über den Notwendigkeiten von Schaffung von mehr Freiraum vor dem Stadion, wie ein Vertreter des Innenministeriums mitteilte.

Das Fassungsvermögen des Stadions beträgt rund 100.000 Plätze. Unter anderem soll in ihm das WM-Finale ausgetragen werden. Das Maracanã-Stadion galt bei seiner Fertigstellung 1950 mit einem Fassungsvermögen von bis zu 200.000 Zuschauern als das größte der Welt. (ms)