Der Bügermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, verkündet Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase / Copyright: Agência Brasil

Der Bügermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, verkündet Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase / Copyright: Agência Brasil

Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis zum Jahr 2020 in der brasilianischen Millionenstadt Rio de Janeiro um 2,3 Millionen Tonnen reduziert werden – eine Menge, die 20 Prozent der 2005 in der Region emittierten Gase entspricht.

Diese Maßnahme verkündete gestern (18.06.) der Bürgermeister von Rio, Eduardo Paes. Die Reduzierung ist Teil des Plans für Kohlenstoff-Reduzierung von Rio de Janeiro (Plano de Baixo Carbono do Rio de Janeiro), für dessen Umsetzung eine Partnerschaft mit der Weltbank geschlossen wurde.

Bei seiner Ansprache forderte Paes alle Gemeinden auf, eine nachhaltige Entwicklung selbständiger zu fördern und nicht auf die Entscheidungen ihrer nationalen Regierungen zu warten. Um das Ziel der 20 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erreichen, würden noch zwölf Prozent fehlen und dabei würde viel von momentan noch fehlenden lokalen Initiativen abhängen, so der Bürgermeister.

Bei der Umsetzung der Kohlenstoff-Reduzierung werden etwa eine Millionen US-Dollar investiert werden müssen, hinzu kommen Wartung und Überwachung. Unter den besprochenen Maßnahmen befinden sich unter anderen die Wiederaufforstung von 1.300 Hektar Land bis 2016, die Ausweitung von Fahrradwegen sowie Fahrradvermietungen als alternatives Fortbewegungsmittel. Bisher stellen in der Sechs-Millionen-Einwohner-Stadt vor allem die motorisierten Transportmittel, mit 45 Prozent Anteil an den Emissionen, die größte Verschmutzungsquelle dar.

Paes kritisierte, dass Rio die Müllkippe von Gramacho, trotz Rio92, noch weitere 20 Jahre in Betrieb gehalten hat. Der Müllberg von Gramacho, der größte der Stadt, wurde vor einem Monat geschlossen und wird nun zu einer Biogas-Anlage umfunktioniert. Paes erinnerte daran, dass Rio seine Vorbildfunktion auch im Sinne der nachhaltigen Lösungen wahrnehmen müsse.

Auch die Recyclingquote der Stadt, die momentan bei lediglich einem Prozent des anfallenden Mülls liegt, soll durch ein Partnerschaftsprojekt mit der Nationalbank für Wirtschaftliche und Soziale Entwicklung (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES) auf 25 Prozent anwachsen. (jv)