Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Gipfeltreffen der G20 in Cannes / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Gipfeltreffen der G20 in Cannes / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bekundete gestern (03.11.) in Cannes (Frankreich), dass Brasilien bereit sei, mit dem Internationalen Währungsfond zu kooperieren, um eine Lösung für die weltweite Wirtschaftskrise zu finden. Sie betonte noch einmal, für wie wichtig sie ein schnelles und effizientes Handeln der betroffenen Länder hält.

Während des Mittagessens der G20-Staaten fragte Rousseff nach detaillierteren Informationen über das europäische Pakets gegen die Krise und zeigte sich besorgt, dass die Probleme sich langsam auf die Schwellenländer auswirken könnten.

Außerdem erwähnte die Präsidentin die Erfahrungen Brasiliens, die das Land während der Krise 2008 gesammelt hat. Es sei sehr wichtig dem Binnenmarkt große Bedeutung beizumessen, um der Krise effektiv zu begegnen.

Des Weiteren äußerte sie sich unterstützend bezüglich eines einmaligen Aufstockens von Gehältern als Maßnahme zum weltweiten Schutz. Diese These wurde bereits von der Internationalen Arbeitsorganisation verteidigt. Außerdem würde Brasilien sich nicht gegen eine weltweite Finanzsteuer stellen, wenn diese gemeinsam mit den Ländern zum Erweitern sozialer Investitionen beschlossen werde, so Rousseff.

Die brasilianische Präsidentin betonte noch einmal, dass sie nicht mit dem Wechselkurskrieg einiger Länder einverstanden sei und verteidigte dafür die Wiederaufnahme der Doha-Runde, eine Diskussionsrunde, die zum Ziel hat, die Barrieren des internationalen Handels zu überwinden.

Es sei bereits allen bekannt, dass Brasilien die Doha-Runde wieder ins Leben rufen wolle. Aber es ist auch wichtig zu sagen, dass die aktuelle Wirtschaftskrise Wechselkurs- und Liquiditätsprobleme verursacht hat, was viele Länder wie auch Brasilien beeinflusst. Die Konferenz der Welthandelsorganisation im Dezember soll die Möglichkeit bieten, die Doha-Verhandlungen wiederaufzunehmen, die Wechselkursfrage zu diskutieren sowie den unproblematischen Handel von Lebensmitteln sicherzustellen, so Rousseff. (ds)