Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrem Besuch der Harvard University, USA / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei ihrem Besuch der Harvard University, USA / Copyright: Agência Brasil

Bei ihrem gestrigen (10.04.) Besuch an der amerikanischen Harvard University, und damit dem letzten Programmpunkt ihres USA-Besuchs, sprach die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff  in ihrer Rede einmal mehr über die aktuelle Lage der Weltwirtschaft. Sie betonte, dass eine Haushaltskonsolidierungspolitik nicht genug sei, um ein erneutes Wachstum der internationalen Wirtschaft zu garantieren. Man müsse, wiederholte die Präsidentin, Investitionen erhöhen, um die wirtschaftliche Expansion zurückerobern zu können: „Haushaltskonsolidierungspolitiken allein sowie Expansionspolitiken derjenigen, die es sich leisten können, tragen nicht zu einer Wiederaufnahme des Wachstums oder des Aufschwungs bei.“

Rousseff zeigte sich gegenüber der Finanz- und Währungspolitik der Banken – besonders jener der Europäischen Zentralbank (EZB) – anerkennend, da diese zur Verhinderung einer Liquiditätskrise auf dem Weltmarkt beitragen. Dennoch kritisierte Sie wiederholt, die daraus entstehenden Effekte für die Länder, die sich, wie Brasilien, in einer schnellen Entwicklungsphase befinden: „Wenn Länder, die nicht im Sinne der Märkte agieren oder Länder, die über wirtschaftlichen Überschuss verfügen, keine Expansionspolitik haben und lediglich auf währungspolitische Faktoren geachtet würde, so entstünden schwerwiegende Probleme für Schwellenländer wie Brasilien.“

Weiterhin betonte sie die unfaire Konkurrenz (concorrência desleal), die durch die Geldentwertung der entwickelten Industrieländer hervorgerufen werde. Rousseffs Einschätzung nach mündet diese Konkurrenz in ernsten Problemen, die sich besonders in der Herstellungsindustrie der Schwellenländer bemerkbar machen werden. (jv)