Die brasiliansiche Präsidentin Dilma Rousseff bei den Feierlichkeiten zum Vertragsabschluss zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bauwesen / Copyright: Agência Brasil

Die brasiliansiche Präsidentin Dilma Rousseff bei den Feierlichkeiten zum Vertragsabschluss zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bauwesen / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff kritisierte gestern (01.03.) den sogenannten „Geld-Tsunami“, der verursacht wurde, indem den betroffenen Ländern Ressourcen zur Bekämpfung der Finanzkrise zur Verfügung gestellt wurden. Des Weiteren kritisierte Rousseff den Wechselkurskrieg.

„Wir sind aufgrund des ,Geld-Tsunamis‘ sehr besorgt. Man verstreut buchstäblich 4,7 Billionen US-Dollar in der Welt und trägt damit zu verstärkten Problemen bei, vor allem in den Ländern, die gerade Wachstum verzeichnen, den Schwellenländern“, so Rousseff.

Auch sprach Rousseff über die Konkurrenz, der die brasilianische Industrie aufgrund des Wechselkurskriegs ausgesetzt sei. Dieser basiere auf einer Expansionsfinanzpolitik, die ungleiche Produktionsbedingungen schaffe.

Brasilien, die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas, hat wie viele Schwellenländer mit einem Zufluss von Geld aus dem Ausland zu kämpfen, der die Landeswährung aufwertet und damit die heimischen Produkte auf dem Weltmarkt verteuert. Hintergrund sind die im Vergleich niedrigen Zinsen im Euroraum oder in den USA. Investoren leihen sich dort Geld und investieren die Beträge in Schwellenländern, wo sie mit höheren Renditen rechnen.

Die Präsidentin nahm gestern an den Feierlichkeiten zum Vertragsabschluss zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bauwesen teil. Das sogenannte „Nationale Abkommen zur Perfektionierung der Arbeitsbedingungen in der Bauindustrie“ (Compromisso Nacional para Aperfeiçoar as Condições de Trabalho na Indústria da Construção) wurde von den zentralen Gewerkschaften, der Regierung und den Sektoren der Unternehmen geschaffen. Es ziele darauf ab, vor allem die Bereiche Gesundheitswesen und soziale Sicherheit, Qualifizierung von Arbeitskräften und die Präsenz von Gewerkschaften in den Arbeitsorten zu verbessern. (ds)