Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei der Zeremonie über die Vertragsabschlüsse zu den Bauarbeiten im Gesundheitswesen / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bei der Zeremonie über die Vertragsabschlüsse zu den Bauarbeiten im Gesundheitswesen / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff teilte gestern (21.12.) mit, dass die weltweite Wirtschaftskrise, die vor allem die europäischen Länder und die Vereinigten Staaten betrifft, nicht mit Geldmangel zu erklären sei, sondern mit der Unfähigkeit, notwendiger Entscheidungen zu treffen.

Für Rousseff sei eine der Möglichkeiten zur Bekämpfung der Krise die Maßnahme, die vor zwei Tagen bei dem Gipfeltreffen des Mercosuls beschlossen wurde: Es sollen weitere 100 Produkte zur Liste mit Spezialtarifen hinzugefügt werden. Das bedeute, dass Brasilien 100 Produkte im Rahmen der Welthandelsorganisation (World Trade Organization, kurz: WTO) besteuern kann, so die Präsidentin.

Rousseff glaubt, dass diese Maßnahme ein wichtiger Beitrag zum Bekämpfen der Krise sei. Man könne nämlich damit dem Wechselkurskrieg entgegenwirken.

Des Weiteren kritisierte sie den Umgang der USA mit der Schuldenfrage. Brasilien sei, was diese Vorgehensweise betrifft, weitaus fortschrittlicher, da es keine Konflikte zwischen Regierung und Opposition gäbe. In Brasilien würde man nicht nach der politischen Position verschiedener Parteien fragen, sondern sich auf die Bürger der Gemeinden und Bundesstaaten konzentrieren, da deren Repräsentanten legitim gewählt wurden.

Die brasilianische Präsidentin nahm gestern an der Zeremonie über die Vertragsabschlüsse zu den Bauarbeiten im Gesundheitswesen im Rahmen des brasilianischen Programms zur Wachstumsbeschleunigung 2 (Programa de Aceleração do Crescimento 2, kurz: PAC 2) in Gemeinden bis zu 50.000 Einwohnern teil.

Die Verträge sehen 1.114 Baumaßnahmen zur Wasserversorgung und Verbesserung der sanitären Anlagen in 1.116 Gemeinden mit bis zu 50.000 Einwohnern in allen Regionen des Landes vor. Für diese Vorhaben seien 3,7 Milliarden Reais (rund 1,5 Milliarden Euro) geplant.

Insgesamt werden im Rahmen des PAC 2 45,1 Milliarden Reais (ca. 18,5 Milliarden Euro) von 2011 bis 2014 investiert. (ds)