Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff in Washington / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff in Washington / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hob bei ihrem Aufenthalt in Washington (USA) hervor, dass die Weltwirtschaftskrise von allen die Suche neuen Lösungsmöglichkeiten abverlange. Im Falle von Brasilien sei das Wachstum der Mittelschicht ein Anreiz, damit das Land seine Stärken für das wirtschaftliche Wachstum behält, so die Präsidentin. Laut Angaben Rousseffs würden immer mehr Brasilianer im Laufe der nächsten Jahre zu dieser Schicht gehören,  so dass man bis 2018 ca. 60 Prozent der Bevölkerung dazu zählen könne.

„Die Mittelschicht ist der Schlüssel für die Stärke und Kapazität des Wirtschaftswachstums unseres Landes“, so teilte Rousseff bei einem Treffen mit nordamerikanischen und brasilianischen Unternehmern und Repräsentanten verschiedener Universitäten mit. „Die internationale Krise stellt uns vor immense Herausforderungen. Aber sie gibt uns auch die Möglichkeit, Paradigmen zu überschreiten.“

Des Weiteren erinnerte Rousseff daran, dass Brasilien sich bei der Überwindung wirtschaftlicher Schwierigkeiten auf solide Pfeiler stütze. Derzeit hätte das Land finanzielle Reserven, die höher als seine Auslandsschulden seien. 2002 lag die brasilianische Nettoverschuldung des Bruttoinlandsprodukts bei 64 Prozent, heute nur noch bei 36,5 Prozent.

Die brasilianische Regierung würde sich bemühen, stärker Transparenz bei öffentlichen Ausgaben zu gewährleisten und auf angemessene Weise die Ressourcen der Regierung einzusetzen. Diese Option sei von den öffentlichen und privaten Sektoren geschaffen worden sowie von der brasilianischen Gesellschaft.

Für Rousseff gibt es in Brasilien eine klare Möglichkeit, das Wirtschaftswachstum durch Maßnahmen sozialer Gerechtigkeit und mehr Demokratie anzukurbeln. „Wir suchen einen Markt für Massenkonsum, der eine Form sozialer Gerechtigkeit ist.“

Auch in Russland, Indien, China und Südafrika, Länder die gemeinsam mit Brasilien die BRICS-Staaten bilden, sei die Mittelschicht der Antrieb für die Wirtschaft. Alle Länder stünden vor großen gemeinsamen Herausforderungen, wie zum Beispiel der Einbeziehung von Randgruppen, von der armen und hungernden Bevölkerung. (ds)