Ein regierungsnahes Forschungsinstitut widerlegt Daten von Dilma Rousseff. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil
Ein regierungsnahes Forschungsinstitut widerlegt Daten von Dilma Rousseff. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil

Ein regierungsnahes Forschungsinstitut widerlegt Daten von Dilma Rousseff. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat falsche Zahlen benutzt, als sie über die Minderung der Misere in Brasilien in ihrer Verkündung im Radio und Fernsehen zur WM gesprochen hat. Daten der Regierung selbst stellen die Angabe infrage, dass „in einem Jahrzehnt 36 Millionen Brasilianer aus der Misere“ geholt wurden, wie es in einer Regierungsnachricht vom vergangenen Dienstag (10. Juni) heißt.

Eine Studie vom Institut für angewandte Wirtschaftsforschung Ipea (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada), das mit der Regierung verbunden ist, zeigt, dass zwischen 2002 und 2012 die Zahl der extrem armen Menschen in Brasilien von 14,9 Millionen auf 6,5 Millionen gesunken ist.

Damit sind es nur 8,4 Millionen Personen weniger, die seit Beginn der Amtszeit Rousseffs aus ihren schlechten Lebensumständen befreit werden konnte – eine Zahl, die deutlich unter der von der Präsidentin liegt. Laut einem im Oktober veröffentlichten Dokument beruht die Kalkulation der Regierung auf einem Indikator, wie er in einer Vielzahl von offiziellen Studien angeführt wird: der monatlichen Einkommensgrenze bis 70 Reais, festgelegt für das Jahr 2011. Für die anderen Jahre wurde der Wert anhand der Inflation korrigiert.

Aber auch nach anderen Methodiken, wie sie im Bericht von Ipea zitiert werden, liegen die ermittelten Zahlen deutlich unter der von der Regierung veröffentlichten. Schaut man sich die Menschen mit einem monatlichen Einkommen von 40 Reais an, was die größte Armut bedeutet, ist die Zahl der Betroffenen von 41 Millionen auf 15,7 Millionen im betrachteten Jahrzehnt gesunken, ein Rückgang um 25,3 Millionen. (ls)