In den Umfragewerten leicht gesunken: Die Präsidentin Dilma Rousseff. / Copyright: Agência Brasil
In den Umfragewerten leicht gesunken: Die Präsidentin Dilma Rousseff. / Copyright: Agência Brasil

In den Umfragewerten leicht gesunken: Die Präsidentin Dilma Rousseff. / Copyright: Agência Brasil

Die aktuellen schwachen Wirtschaftswerte zehren an Dilma Rousseffs Popularität. Laut einer Umfrage von Datafolha im Auftrag der brasilianischen Tageszeitung Folha de S. Paulo hat die Präsidentin seit einer letzten Umfrage im März dieses Jahres acht Prozent an Rückhalt in der Bevölkerung verloren. Derzeit sehen 57 Prozent der Bevölkerung die Politik Rousseffs als gut bis sehr gut. Im März waren es noch 65 Prozent. Laut Datafolha verlor Rousseff bei Frauen und Männern, in allen Regionen des Landes sowie allen Einkommens- und Altersgruppen an Zustimmung.

Die größeren Verluste wurden bei Einkommensstarken mit mehr als 2.500 Euro monatlich (minus 24 Prozent) sowie bei Menschen mit einem universitären Abschluss (minus 16 Prozent), Menschen aus dem Süden des Landes (minus 13 Prozent) als auch der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen (minus 13 Pozent) verzeichnet. Die Zahlen der Umfrage ergeben, dass das Image von Dilma Rousseff vor allem durch wirtschaftliche Ängste und Sorgen der Bevölkerungsmehrheit leidet. „Die Menschen sind durch die Inflation und Arbeitslosigkeit im Land besorgt“, so der Leiter von Datafolha, Mauro Paulino.

Der Minister für Bildung, Aloizio Mercadante, wiederum versuchte ein normales Bild zu verbreiten. Schwankungen bei Umfragen seien normal. Zudem behalte Rousseff unangefochten ihre Spitzenstellung, wenn man die einzelnen Präsidenten im Laufe ihrer Amtszeit vergleiche, so Mercadante. Er begründete den Stimmenabfall mit der Inflation bei Lebensmitteln, den Problemen bei dem Sozialhilfeprogramm Bolsa Família und der Dürre im Nordosten des Landes. Gleichzeitig widersprach er der Kredit-Ratingagentur Standard & Poor’s. Diese hatte drei Tage zuvor Brasiliens Wirtschaft in einer leichten Schräglage gesehen. „Brasiliens Perspektiven sind exzellent. Im zweiten Halbjahr werden wir ein starkes Wachstum erleben“, so Mercadante. (ms)