Der Erdölkonzern Petrobras leidet unter den Ereignissen rund um die Operation Lava-Jato. / Copyright: Wikimedia Commons, Junius

Der Erdölkonzern Petrobras leidet unter den Ereignissen rund um die Operation Lava-Jato. / Copyright: Wikimedia Commons, Junius

Im Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Erdölkonzern Petrobras, zu dem die Bundesstaatsanwaltschaft (Ministério Público Federal, MPF) im Rahmen der Operation „Lava Jato“ ermittelt, sind nun Zahlen zu den veruntreuten Geldern veröffentlicht worden. Demnach hinterzogen die Beschuldigten insgesamt 2,1 Milliarden Reais (etwa 720 Mio. Euro) vom staatlichen Erdölkonzern. Im Zuge der bereits mehrmonatigen Ermittlungen seien mittlerweile 450 Millionen Reais (rund 160 Mi0. Euro) wieder sichergestellt worden, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtet. Weitere 200 Millionen Reais (rund 70 Millionen Euro) an privaten Vermögen seien auf Anordnung der Justiz eingefroren worden (BrasilNews berichtete, 17.11.14).

Wie die Bundespolizei bekanntgab, wird aktuell gegen 150 Personen und 232 Unternehmen ermittelt. Bis November 2014, als die siebte Phase der Ermittlungen startete, waren 60 Personen in Haft. Gegen 161 weitere sind Haftbefehle erlassen. Mit zwölf der Beschuldigten sind Strafminderungen im Gegenzug für Geständnisse vereinbart worden, wie Agência Brasil berichtet. Die Beschuldigten müssten sich wegen Korruption, Drogenhandel, Veruntreuung, Angebotsverzerrung, der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Verbrechen gegen das Finanzsystem verantworten.

Die kriminellen Machenschaften um Scheinfirmen, Kartellbildung und überteuerte Aufträge durch die Petrobras an Untervertragsfirmen fielen im Zuge der Untersuchung um den Bau der Petrobras-Raffinerie Abreu e Lima in Pernambuco auf. Entgegen der ursprünglich geplanten 2,5 Milliarden Reais (etwa 850 Millionen Euro) an Baukosten musste der Erdölkonzern am Ende mit 20 Milliarden knapp das Zehnfache aufbringen.

Die Ermittlungen seitens der MPF legten ein dichtes Netz an Scheinfirmen und Untervertragsnehmern offen, die in Absprachen untereinander der Petrobras überteuerte Aufträge anboten. Dies habe die Ausgaben in die Höhe schnellen lassen. Gleiches Spiel wiederholte sich an vielen anderen Stellen, wo der halbstaatliche Erdölkonzern Aufträge vergab. (ms)

Quelle: Agência Brasil