„Das Desaster ist enorm, es ist eine Katastrophe, der schlimmste Umweltunfall in der Geschichte des Landes“ – die Umweltministerin von Brasilien, Izabella Teixeira, findet klare Worte für den Bruch des Staudamms im Bundesstaat Minas Gerais. Dadurch wurde eine riesige kontaminierte Schlammlawine freigesetzt, die einen ganzen Fluss und Siedlungen unter sich begragen hat. Teixeira will die Region wieder reinigen und aufarbeiten lassen. Ein langfristiges Projekt. “Dabei bedeutet langfristig, dass es sich um ein Projekt von mindestens einem Jahrzehnt handeln wird.“

Gleichzeitig spricht das verantwortliche Bergbauunternehmen Samarco von möglichen weiteren Dammbrüchen bei den Staudämmen von Santarém und Germano, die sich nahe der Unfallstelle befinden. Wie Vertreter des Unternehmens am Dienstag (17.11) bestätigten, bestehe das Risiko weiterer Unfälle. Man tue jedoch alles dafür, um die Staudämme weiter zu sichern.

„Die Überwachung der Staudämme läuft online. Jeden Tage wird die Sicherheit überprüft. Wir konnten dabei bislang aber noch keine Veränderung der Staudämme feststellen. Außerdem haben wir einen Notfallplan, falls es zu einem weiteren Bruch kommen sollte“, sagt Kléber Terra, Geschäftsführer für Infrastruktur des Unternehmens.

Seinen Angaben zufolge beträgt der Sicherheitsfaktor des Staudamms von Santarém aktuell 1,37. Im Fall von Germano liegt der Faktor bei 1,22. Generell kann der Sicherheitsfaktor zwischen 0 und 2 liegen, als Minimum für die Sicherheit wird vom Gesetz her ein Faktor von 1,5 empfohlen. (ls)

Quelle: Agência Brasil