Der französische Staatspräsident François Hollande gewährt einen Kredit für eine neue Metro-Linie. Derzeit laufen in Brasilien Untersuchungen gegen den französischen S-Bahnhersteller Alstom wegen Kartellbildung, Bestechung und Betrug. / Copyright: Agência Brasil
Der französische Staatspräsident François Hollande gewährt einen Kredit für eine neue Metro-Linie. Derzeit laufen in Brasilien Untersuchungen gegen den französischen S-Bahnhersteller Alstom wegen Kartellbildung, Bestechung und Betrug. / Copyright: Agência Brasil

Der französische Staatspräsident François Hollande gewährt einen Kredit für eine neue Metro-Linie. Derzeit laufen in Brasilien Untersuchungen gegen den französischen S-Bahnhersteller Alstom wegen Kartellbildung, Bestechung und Betrugs. / Copyright: Agência Brasil

Am Rande seines Brasilienbesuches am Donnerstag vergangener Woche (BrasilNews berichtete, 13.12.2013) traf sich der französische Präsident François Hollande auch mit dem Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, Geraldo Alckmin. Bei dem Treffen sei ein Kredit von 300 Millionen Euro vereinbart worden. Diesen stelle die französische Regierung über die Französische Entwicklungsbank (l‘Agence Française de Développement, AFD) für den Bau einer weiteren Metro-Linie im Großraum São Paulo bereit, wie die Online-Ausgabe der Tageszeitung Valor Econômico vom 13.12.13 schreibt.

Die Mutmaßung liegt nahe, dass François Hollande mit seiner Kreditzusage für den Metrobau die Wogen des Misstrauens zwischen Frankreich und dem Staat São Paulo glätten und „Schulden“ begleichen wollte. Zuletzt war der französische S-Bahnhersteller Alstom in Brasilien stark in Verruf geraten. Der Konzern war an dem Kartell beteiligt, in dem sich fünf internationale S-Bahnproduzenten für Preisabsprachen für öffentliche Ausschreibungen in Brasilien zusammengeschlossen hatten (BrasilNews berichtete, 14.08.2013). Hierdurch entstanden vor allem dem Staat São Paulo und dem Regierungsbezirk Distrito Federal bisher noch nicht bekannte Mehrkosten für den Ausbau der regionalen Schienennetze. Die Untersuchungen hierzu dauern noch an. Zuletzt aber verweigerte sich der Vertreter der Alstom seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuss in São Paulo (BrasilNews berichtete, 08.11.13).

Die neue Metro-Linie existiert seit einigen Jahren auf dem Reißbrett und soll den internationalen Flughafen Guarulhos mit dem restlichen Metro-Netz der Stadt verbinden. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr geplant. Die Gesamtinvestitionen für dieses Projekt belaufen sich laut offizieller Mitteilung auf rund 650 Millionen Euro. Die Ausgaben decken neben dem Bau selbst auch die Kosten für die Bauaufsicht, Energieversorgung und die Anschaffung der Waggons. Die Metro soll bereits im Jahr 2015 an das bestehende Netz angeschlossen werden.

Des Weiteren vereinbarten die beiden Regierungschefs eine Kooperation für die Säuberung der Flüsse Tietê und Pinheiros, die die Stadt São Paulo kreuzen. Beide Flüsse sind so verschmutzt, dass in ihnen kein Leben möglich ist. Die Vereinbarung sieht den Technologietransfer zwischen der Abwassergesellschaft vom Großraum Paris, SIAAP, und der Wassergesellschaft von São Paulo (Companhia de Saneamento Básico do Estado de São Paulo, kurz: Sabesp) vor. (ms)