Der Hafen São Sebastião soll seine Kapazität verdreifachen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Claus Bunks
Der Hafen  São Sebastião soll seine Kapazität verdreifachen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Claus Bunks

Der Hafen São Sebastião soll seine Kapazität verdreifachen / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Claus Bunks

Der Hafen São Sebastião im Norden des Bundesstaates São Paulo in Brasilien soll in den nächsten Jahren vergrößert werden, um seine Kapazität zu verdreifachen. Außerdem soll die Förderung von Erdöl verstärkt werden. Für die Erweiterung des Hafens haben Experten bislang 2,5 Milliarden Reais (rund 979 Milliarden Euro) veranschlagt.

Anwohner und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sorgen sich jedoch um die touristische Zukunft der Region, sollte die Kapazität des Hafens tatsächlich verdreifacht werden. Sie befürchten vor allem eine Erhöhung der Umweltverschmutzung und das damit einhergehende Ausbleiben von Touristen. Die Vizepräsidentin des Bundes Pro-Atlantische Küste (Federação Pró Costa Atlântica), Regina Helena Ramos, erklärte, dass beide Bereiche, Tourismus und Hafenindustrie, Identifikationspunkte der Region seien und dass man nicht zulassen dürfe, dass der eine Sektor dem anderen Schaden bereite. Darüber hinaus beklagt Ramos, dass sich die Lebensumstände der ansässigen Bevölkerung verschlechtern würden, wenn die Umweltverschmutzung durch den Ausbau ansteige.

Den Bürgermeister, Toninho Colucci, der Gemeinde Ilhabela beunruhigt vor allem, dass der gesamte Transport der importierten und exportierten Waren über Autobahnen laufen werde, die durch Gemeinden wie seine führen und die vom Tourismus abhängig seien. Der Ausbau des Hafens verlange außerdem den Umzug von 3.000 Familien. Colucci ist der Meinung, dass Tunnel gebaut werden müssten, um die Umsiedlung der Familien und die Störung der Tourismusindustrie zu verhindern.

Der Präsident der Gesellschaft Docks von São Sebastião (Companhia Docas de São Sebastião), Casemiro Tércio Carvalho, allerdings spricht jedoch von lediglich 400 Familien, die illegal in dem Gebiet des geplanten Hafensausbaus wohnen sollen. Casemiro Tércio Carvalho gab an, dass in ein bis drei Monaten eine Studie zu den Auswirkungen des Ausbaus veröffentlicht werden soll. Bis dahin würden keine offiziellen Angaben dazu gemacht. Er sagte jedoch, dass die Gesellschaft das Ziel verfolge, aus São Sebastião einen vorbildlichen und umweltfreundlichen Hafen zu machen. (sg)