Die Industrie im Bundesstaat São Paulo hat im vergangenen Jahr so viele Stellen abgebaut, wie seit acht Jahren nicht mehr. / Copyright: Wikimedia Commons, Jesseramarante, CC BY-SA 3.0
Die Industrie im Bundesstaat São Paulo hat im vergangenen Jahr so viele Stellen abgebaut, wie seit acht Jahren nicht mehr. / Copyright: Wikimedia Commons, Jesseramarante, CC BY-SA 3.0

Die Industrie im Bundesstaat São Paulo hat im vergangenen Jahr so viele Stellen abgebaut, wie seit acht Jahren nicht mehr. / Copyright: Wikimedia Commons, Jesseramarante, CC BY-SA 3.0

Die Industrie in São Paulo hat im vergangenen Jahr insgesamt 128.500 Mitarbeiter entlassen, was einem Anteil von 4,89 Prozent an der Gesamtbelegschaft entspricht. Laut der Studie des Industrieverbands und des Industriezentrums des Bundesstaates São Paulo (Fiesp und Ciesp) ergibt sich der Saldo aus den Entlassungen und Neueinstellungen, was dann dem Rückgang an Stellen in der Branche entspricht.

Im Jahresvergleich sind im vergangenen Jahr so viele Mitarbeiter entlassen worden wie schon seit acht Jahren nicht mehr. Der Rückgang ist sogar größer als in den Jahren 2008 und 2009, in denen die Weltwirtschafts- und Finanzkrise auch Einfluss auf die brasilianische Industrie hatte. Im Vergleich zwischen dem Dezember 2014, als 40.000 Stellen abgebaut wurden, und dem gleichen Monat 2008 stellt sich allerdings heraus, dass zumindest der Dezembermonat vergangenen Jahres nicht das schlechteste Ergebnis brachte. Im Dezember 2008 mussten ganze 121.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlassen.

In einer Stellungnahme erklärt der Direktor der Abteilung für wirtschaftliche Umfragen und Studien (Depecon) des Fiesp, Paulo Francini, dass es im zurückliegenden Dezember weniger Stellenkürzungen gab, weil diese über das Gesamtjahr bereits vorweggenommen worden waren. Francini glaubt nicht daran, dass die Stellen in 2015 wiedergewonnen werden können – wie es 2010 nach dem Krisenjahr 2009 der Fall war.

Grund für diese Perspektivlosigkeit sei die Anhebung der Zinssätze, der möglichen Steuerkorrektur durch die Regierung, die Kürzung einiger Subventionen sowie die Anhebung der Steuern. „Die öffentlichen Ausgaben stehen unter Druck und einige Ministerien haben bereits den Rotstift angesetzt. Das bedeutet gleichzeitig weniger Geld in der Wirtschaft, während die Zinssätze voraussichtlich weiter steigen werden.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil