In São Paulo engagieren sich Initiativen für die Weiterverwendung von Lebensmitteln / Copyright: Agência Brasil
In São Paulo engagieren sich Initiativen für die Weiterverwendung von Lebensmitteln / Copyright: Agência Brasil

In São Paulo engagieren sich Initiativen für die Weiterverwendung von Lebensmitteln / Copyright: Agência Brasil

Seit einigen Jahren engagieren sich in São Paulo verschiedene Initiativen in der Lebensmittelbranche, da auch in Brasilien viel zu viele Lebensmittel weggeworfen werden. Eine dieser Initiativen ist das Programm Mesa Brasil („Brasilien-Tisch“) des Sozialhandelsdienstleisters SESC (Serviço Social do Comércio). Die Initiative sammelt von 630 Unternehmen Lebensmittel, die nicht mehr zum Verkauf angeboten werden können, und verteilt sie an 650 Institutionen. Das bedeutet, dass von dieser Aktion ca. 120.000 Menschen im Bundesstaat profitieren können.

Laut Luciana Curvello, eine der Leiterinnen des Programms, hätte es zu Beginn des Programms im Jahr 1994 noch einige Zweifel seitens der Unternehmen gegeben, die Lebensmittel wegzugeben. „Am Anfang war es sehr schwer, ein Unternehmen davon zu überzeugen, am Programm teilzunehmen, da wir in Brasilien in diesem Bereich noch keine Erfahrungen hatten. Aber heute hat sich die Situation geändert.“ Der SESC übernimmt hierbei die Auslieferung der Lebensmittel selbst. So ist auch gewährleistet, dass sie die Handelspartner genau kennenlernen und dass die Lebensmittel an diejenigen weitergeleitet werden, die sie wirklich brauchen.

Eine weitere Initiative ist die Lebensmittelbank des Verbands für Lagerhäuser von São Paulo CEAGESP (Companhia de Entrepostos e Armazéns Gerais de São Paulo), die 2003 in Leben gerufen wurde. Im vergangenen Jahr verteilte das Projekt 2.000 Tonnen Lebensmittel von 587 Unternehmen, die am Programm teilnehmen. „Das sind Lebensmittel, die keinen kommerziellen Wert mehr haben, aber immer noch konsumiert werden können. So zum Beispiel Früchte, die etwas reifer sind, oder Gemüse mit leicht welken Blättern“, so die Ernährungswissenschaftlerin Alessandra Figueiredo.

Derzeit würde man an einer neuen Idee arbeiten, dieses Projekt noch zu erweitern. Geplant sei die Anschaffung eines Entsafters und Trockners, damit zum Beispiel aus Früchten das Fruchtfleisch konserviert werden kann. Diese Art von Lebensmittel müssten dann zwar einen Tag später konsumiert werden, damit würde man aber die Haltbarkeit erhöhen. Für dieses Vorhaben sucht die Initiative noch Sponsoren. (ds)