Einer von geschätzten 220.000 Motoboys in São. / Copyright: Agência Brasil
Einer von geschätzten 220.000 Motoboys in São. / Copyright: Agência Brasil

Einer von geschätzten 220.000 Motoboys in São Paulo / Copyright: Agência Brasil

Die Kurierfahrer auf Motorrädern, sogenannte Motoboys, aus São Paulo planen für diesen Freitag (01.02.) eine der größten Demonstrationen in ihrer Geschichte. Sie protestieren damit gegen ein Sicherheitspaket, das die Nationale Verkehrsbehörde (Conselho Nacional de Trânsito, kurz: Contran) unlängst erlassen hatte. Das bereits vier Mal verschobene Dekret von Sicherheitsmaßnahmen für Moped- und Motorradhalter verlangt von diesen, einen Kurs über Verhaltensnormen im Straßenverkehr absolviert zu haben. Gleichzeitig wird eine verkehrssichere Fahrzeugausstattung gefordert.

Ist der Kurs nicht absolviert, droht Fahrzeugentzug. Die Gewerkschaft der Kurierdienstleister, Motorrad- und Fahrradfahrer in São Paulo (Sindicato dos Mensageiros, Motociclistas e Ciclistas de São Paulo, kurz: Sindimoto-SP) kritisiert diese Strafe als unverhältnismäßig. Schließlich stelle das Moped die Arbeitsgrundlage dar, so Gilberto Almeida dos Santos, der Präsident der Sindimoto. Des Weiteren sehen die Vorschriften, die kommenden Samstag (02.02.) in Kraft treten sollen, Strafen von 191,54 Reais (rund 71 Euro) vor. Dies wiederum entspricht knapp einem Drittel des staatlich festgesetzten Mindestlohnes von 670,95 Reais (rund 250 Euro). Da das Einkommen der meisten Motoboys diesen Grundbetrag kaum übersteigt, treffe sie diese Strafe sehr hart, so Almeida dos Santos weiter.

Wie Sindimoto-SP weiter verlauten ließ, hätten von den 200.000 bis 220.000 geschätzten Motoboys in São Paulo gerade einmal sieben Prozent den Kurs absolviert. In der Folge rief die Gewerkschaft ihre Mitglieder zu einer Protestfahrt durch verkehrstechnische sensible Punkte wie der Avenida Santo Amaro im Süden und auf der Avenida Paulista im Zentrum der Stadt auf. (ms)