In der Vergangenheit war es nach heftigen Regenfällen immer wieder zu Erdrutschen gekommen / Copyright: Agência Brasil

In der Vergangenheit war es nach heftigen Regenfällen immer wieder zu Erdrutschen gekommen / Copyright: Agência Brasil

Bis zum Ende dieses Jahres will die Regierung des Bundesstaates São Paulo rund 3.500 Familien, die momentan in von Erdrutschen bedrohten Regionen wohnen, umsiedeln. Die Familien wohnen in küstennahen Siedlungen, die bei starkem Unwetter zu großen Teilen einsturzgefährdet sind. Insgesamt will die Regierung São Paulos 7.000 Familien umsiedeln. Bislang wurden bereits 2.500 Familien in neu gebaute Wohneinheiten verlegt. Betroffen sind vor allem die Gemeinden Cubatão, Ubatuba, São Sebastião und Pedro de Toledo. Von verantwortlichen Stellen wurde bestätigt, dass die Umsiedlungen im Einverständnis mit den jeweiligen Familien stattfänden. Die Familien würden außerdem finanzielle Unterstützung eines sozialen Programms erhalten.

Ein weiterer Grund der Umsiedlung ist der Schutz der Natur. Der Koordinator für Umweltfragen, Fernando Chucre, erklärte, dass die Wohnsiedlungen, die in gefährdeten Gebieten errichtet wurden, abgerissen würden, damit man sich anschließend um die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts kümmern könne. Das Programm, das sich mit der natürlichen Regenerierung der Region befasst, wurde 2010 ins Leben gerufen und soll im Jahr 2015 seine Ziele erreicht haben. Finanziert wird das Programm mit 1,2 Milliarden Reais (rund 461 Millionen Euro) von der Interamerikanischen Bank für Entwicklung (Banco Interamericano de Desenvolvimento, kurz: BID) und durch die finanzielle Unterstützung des brasilianischen Programms zur Beschleunigung des Wachstums (Programa de Aceleração do Crescimento, kurz: PAC).

Das Programm habe es sich darüber hinaus zur Aufgabe gemacht, die Region mit der nötigen Überwachungstechnologie auszustatten, damit Erdrutsche und anderen Umweltkatastrophen zukünftig vorgebeugt werden könne, erklärt Chucre. Allein für diese Präventivmaßnahmen stellt die brasilianische Regierung 1,3 Milliarden Reais (rund 499 Millionen Euro) zur Verfügung. (sg)