Fiesp-Chef Paulo Skaf / Copyright: Agência Brasil
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Der Industrieverband des Bundesstaates São Paulo (Federação das Indústrias do Estado de São Paulo, kurz: Fiesp) begrüßte gestern (11.09.) zwar die Senkung des Leitzinses (Selic) durch die Brasilianische Zentralbank (Banco Central), gab jedoch an, dass diese Vorsichtsmaßnahme nicht notwendig sei. Die Banco Central hatte den Leitzins in der Nacht auf Mittwoch (11.09.) um 0,5 Prozent  auf acht Prozent gesenkt. Der Chef der Siesp, Paulo Skaf, erklärte, dass die brasilianische Regierung die Senkung von anderen Steuern beschleunigen müsse, um die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens zu gewährleisten.

Die brasilianischen Gewerkschaften vertreten eine ähnliche Meinung. In einem Bericht der Força Sindical (Gewerkschaft) wenden sie ein, dass die achte Leitzinssenkung in Folge vor allem das Bewusstsein von Schwäche der brasilianischen Industrie stärkt. Dies sei kontraproduktiv. Der Präsident der Força Sindical, Miguel Torres sprach davon, dass die brasilianische Zentralbank mehr Mut fassen und mehr Vertrauen in die brasilianische Industrie haben müsse. Die nationale Vereinigung der Arbeiter des Finanzsektors (Confederação Nacional dos Trabalhadores do Ramo Financeiro, kurz: Contraf) vertritt generell ebenfalls diese Meinung. Sie sprach sich jedoch auch dafür aus, dass der Leitzins weiter gesenkt würde, bis er irgendwann ein Niveau erreicht, das einem internationalem Level entspricht.

Der Handelsverband São Paulos (Federação do Comércio de São Paulo, kurz: Fecomercio-SP) erwartet derweil von der brasilianischen Regierung, dass sie den Druck auf Finanzinstitutionen erhöhe, sodass diese die Zinsen für den Verbraucher senken. Somit soll der Handel und der Konsum gesteigert werden. (sg)