Eine höhere Schulbildung schmälert den informellen Arbeitssektor / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Municipalidad de Talcahuano
Eine höhere Schulbildung schmälert den informellen Arbeitssektor / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Municipalidad de Talcahuano

Eine höhere Schulbildung schmälert den informellen Arbeitssektor / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Municipalidad de Talcahuano

Die Zunahme der durchschnittlichen Schulzeit eines brasilianischen Arbeiters ist der Hauptgrund des gegenwärtigen Rückgangs des informellen Arbeitsmarktes. Zu dieser Erkenntnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Brasilianischen Institutes der Wirtschaft (Instituto Brasileiro de Economia, kurz: Ibre) der Getulio Vargas-Stiftung (Fundação Getulio Vargas, kurz: FGV). Weitergehend kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass der Rückgang der informellen Arbeit in allen Sektoren der Wirtschaft zu beobachten ist. Insbesondere die Regionen rund um die Großstädte spüren diesen Rückgang am deutlichsten.

Die Untersuchung, die von den beiden Ökonomen Fernando Holanda Barbosa Filho und Rodrigo Leandro de Moura durchgeführt wurde, stützt sich dabei auf zwei Datenreihen des brasilianischen Institutes für Geografie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE). Zum einen auf die nationale Studie zu demografischen und sozioökonomischen Charakteristika (Pesquisa Nacional por Amostra de Domicílios, kurz: Pnad), die den Zeitraum zwischen 2002 und 2009 betrachtet, sowie auf die monatlichen Studien der Beschäftigung (Pesquisa Nacional de Emprego, kurz PME) zwischen 2003 und 2011.

Nach der Studie des Ibre/FGV können 60 Prozent des Rückgangs der Informalität auf die höhere Schulbildung der Arbeiter zurückgeführt werden. „Dieses Ergebnis zeigt einmal mehr den Erfolg der Bildungspolitik in Brasilien“, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Aufsatz. „Je besser die Arbeiter ausgebildet sind, umso weniger akzeptieren sie eine informelle Arbeit“, bestätigt Leandro de Moura. Im Jahr 2002 verfügten 34 Prozent der formell angestellten Arbeiter über eine schulische Ausbildung, die länger als zehn Jahre dauerte. Dieser Anteil stieg bis 2009 auf 47 Prozent. (sg)