Der Präfekt von São Paulo, Gilberto Kassab / Copyright: Agência Brasil

Der Präfekt von São Paulo, Gilberto Kassab / Copyright: Agência Brasil

Die derzeitigen Schulden der Gemeinde (município) São Paulo summieren sich auf 40 Milliarden Reais (ca. 17,7 Milliarden Euro) und betragen damit rund 13 Prozent des Haushalts. Dabei sind die Gläubiger nicht wie sonst üblich Banken, sondern der größte Gläubiger São Paulos ist der Staat Brasilien. Gestern (15.02.) traf sich deshalb der Präfekt der Gemeinde, Gilberto Kassab, mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Präsidentin versprach eine Lösung für die Schuldenproblematik der Gemeinde zu finden, die sowohl die Interessen des Staates als auch der Gemeinde berücksichtigt. Zunächst soll aber erst einmal die Situation besser analysiert und dann ein Aktionsplan vorgelegt werden.

Gilberto Kassab, der auch Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei (Partido Social Democrático, kurz: PSD) ist, verwahrte sich gestern gegen die Vorwürfe, den Termin auch zu Zwecken der Wahlkampfabsprache mit der Präsidentin genutzt zu haben. Ihm war von Seiten anderer Parteien vorgeworfen worden, dass er das Treffen mit der Präsidentin zur Absprache der Kandidatenfrage zur Wahl der Präfektur nutze.

Angesprochen wurde auch die Bewerbung São Paulos als Veranstaltungsort der Expo in 2020. Das wäre das dritte große Event in Folge in Brasilien nach der Fußballweltmeisterschaft in 2014 und den Olympischen Spielen in 2016. São Paulo bewirbt sich um die Expo mit den Städten Ayutthaia in Thailand, Izmir in der Türkei, Dubai in den Arabischen Emiraten und Jekaterinburg in Russland. (mas)