Die Schulden der öffentlichen Hand sind auf einen neuen Höchststand gestiegen. / Copyright: Agência Brasil Real-Moeda Nacional

Eine neue Hiobsbotschaft für die brasilianische Wirtschaft: Laut einem Regierungsbericht werden die öffentlichen Schulden des Landes im kommenden Jahr einen Negativrekord erreichen. Wie es in einem Dokument heißt, das die Regierung dem Kongress übermittelte, werden die Schulden des Bundeshaushaltes in 2016 auf 71,1 Prozent und im Folgejahr sogar auf 72 Prozent des BIP ansteigen, berichtet die Zeitung Estado de S. Paulo exklusiv unter Berufung auf das Papier. Im laufenden Jahr beträgt der Anteil der öffentlichen Schulden gemessen an der Wirtschaftsleistung demnach noch 68,3 Prozent.

Das Überschreiten der 70 Prozent-Marke bringt hohe Risiken für Brasilien mit sich, so die Zeitung. Der Anteil der Schulden am BIP ist ein wesentlicher Indikator für die Robustheit und Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen. Dies wird von den Rating-Agenturen argwöhnisch beobachtet. Angesichts der neuen Information über den Zustand der Staatskasse ist zu erwarten, dass auch die großen Rating-Agenturen Fitch und Moody’s der Standard & Poor’s nachziehen und die Kreditwürdigkeit des Landes weiter herunterstufen könnten, so die Zeitung. Standard & Poor’s hatte erst vergangenen Monat die Bonität Brasiliens nach unten korrigiert.

Gleichzeitig wird für 2017 das Ende der derzeitigen wirtschaftlichen Krise erwartet. „Das makroökonomische Szenario wird in 2017 eine nachhaltige Steuerpolitik mit einem geringeren Schuldenwachstum in Bezug auf das BIP erlauben“, heißt es in dem Regierungsbericht.

Mit einem aktuellen Haushaltsloch des öffentlichen Sektors von 0,85 Prozent des BIP erreichen auch die Mindereinnahmen des Staates einen historischen Rekord. Dabei geht die Regierung von einem langsamen Wachstum des BIP in Höhe von 0,7 Prozent in 2015 aus. (ms)

Quelle: Estadão