Besetzte Schule in São Paulo. / Copyright: Agência Brasil São Paulo - Dia a dia da ocupação da Escola Estadual Caetano de Campo. Os alunos protestam contra a reorganização escolar proposta pela Secretaria de Ensino (Rovena Rosa/Agência Brasil)

Die Landesregierung des Bundesstaates São Paulo will zum Beginn des neuen Schuljahres 2016 landesweit 92 weiterführende Schulen schließen. Die Schüler der betroffenen Schulen sollen auf modernere Schulen ausweichen. Ziel sei es laut dem zuständigen Minister für Bildung mehr Schüler einer Stufe zusammen zu bringen, um bessere Leistungen zu erzielen. Insgesamt wären 300.000 Schülern ab der 5. Klasse von einem Schulumzug betroffen.

Gegen die geplanten Maßnahmen gibt es seit drei Wochen massiven Protest von Schülern. Diese gingen dazu über, die Schulen zu besetzen. Laut jüngsten Angaben seien mittlerweile 151 Schulen besetzt. Vielerorts falle der Unterricht aus, berichtet die Zeitung Valor Econômico.

Gegen die Besetzungen hatte der Staat vor Gericht geklagt, um Räumungen durchzusetzen. Das zuständige Gericht wies die Klage unterdessen mit der Begründung ab, dass man Schülern nicht verbieten könne, sich auf dem Schulkomplex aufzuhalten.

Kritiker der Schließungen sehen die Maßnahme vor allem ökonomisch begründet. Der Bundesstaat wolle Kosten in der Bewirtschaftung der Schulen einsparen. Darüber hinaus stünden mit der Schließung 92 großräumige Schulkomplexe zu einer weiteren Verwertung frei. Zu einer Leistungsverbesserung führe die Zusammenlegung keinesfalls.

Bildungsminister Herman Voorwald erklärte gegenüber der Presse, in seiner Informationspolitik womöglich Fehler begannen zu haben. Er begründete die Notwendigkeit einer Reorganisierung der Schulstruktur dadurch, bessere Leistungen der Schüler durch eine höhere Konzentration einer Stufe schaffen zu wollen. Bei landesweiten Tests fallen die Ergebnisse im Bundesvergleich seit Jahren unterdurchschnittlich aus. (ms)

Quelle: Valor Econômico