Schüler beraten nach der Bekanntgabe der Aussetzung der Schließung von Schulen. / Copyright: Agência Brasil São Paulo - Após pronunciamento do governador Alckmin, representantes dos alunos se reúnem na Escola Estadual Caetano de Campos em assembleia para discutir se vão desocupar as escolas (Rovena Rosa/Agência Brasil)

Nach mehrwöchigen Schulstreiks und Protesten der Schüler im Bundesstaat São Paulo hat der Gouverneur Geraldo Alckmin die Pläne zur Schließung von 92 Schulen vorerst auf Eis gelegt.

Am Freitag (04.12.) kündigte der Gouverneur an, die Pläne zur Neustrukturierung des Schulnetzes auszusetzen. Zuletzt war es im Bundesstaat vielerorts zu Demonstrationen und Bestzungen von Straßen durch Schüler gekommen. Die Polizei war dagegen mit Tränengas vorgegangen, was landesweit zu Protesten gegen die Politik Alckmins führte (BrasilNews berichtete, 02.12.15). Zuletzt waren insgesamt 200 Schulen besetzt. Unter dem öffentlichen Druck sah sich der Gouverneur gezwungen, die Pläne zur Schließung von 92 Schulen zu überdenken, berichtet die Zeitung Estado de S. Paulo.

Am Samstag kam es zu einer weiteren großen Demonstration in der Hauptstadt São Paulo. Die Schüler forderten von Alckmin, das Vorhaben der Schulschließungen vollends zu streichen und nicht nur auf das kommende Jahr zu vertagen.

Bereits am Donnerstag (03.12.) hatte die Staatsanwaltschaft eine Zivilklage gegen die Pläne des Gouverneurs eingereicht. Hierin forderte die Behörde vom Gouverneur den Abbruch der Umsetzung von Schulschließungen sowie einen Plan zur Debatte mit der Gesellschaft.

Wie die Zeitung Folha de S.Paulo berichtet, sehen Experten des Bildungssektors die Landesregierung vor eine große Herausforderung gestellt. Angesichts eines Systems mit 5.100 Schulen und 3,8 Millionen Schülern sei die Umsetzung eines Dialogs eine schwierige Aufgabe, so Carmen Sylvia Vidigal, Professorin an der Universität von São Paulo. (ms)

Quellen: Estado de S. Paulo und Folha de S.Paulo