Tankstelle von Petrobras / Copyright: Agência Petrobras

Tankstelle von Petrobras / Copyright: Agência Petrobras

Seit Beginn des Jahres 2012 ist der neue Typ von Diesel S50 an den brasilianischen Tankstellen erhältlich und die ersten Analysen zum Absatz gleichen den Erfahrungen in Deutschland mit der Einführung des Benzins Super E10. Wie in Deutschland das E10, so wird in Brasilien seit Beginn 2012 obligatorisch an ausgewählten Zapfsäulen der neue Dieseltreibstoff S50 angeboten. Dessen Einführung ist Teil des Programms zur Kontrolle der Luftverschmutzung durch Autos (Programa de Controle da Poluição do Ar por Veículos Automotores, kurz: Proconve), welches bereits in 2009 gestartet war.

Dabei ist, anders als in Deutschland beim Superbenzin E10, der Absatzmarkt des neuen Diesel vor allem auf schwere Fahrzeuge, vor allem Lastkraftwagen (LKW) ausgerichtet. Die bisherigen beiden Typen S500 und S1800 bleiben auf dem Markt und dies ist vielleicht schon Teil der Antwort, warum die Nachfrage bisher hinter den Erwartungen zurückblieb. Der neue Diesel S50 ist um rund 0,10 Reais (rund 0,04 Euro) teurer, ohne dass der Käufer einen direkten Nutzen durch weniger Verbrauch davon hätte. Lediglich indirekt profitieren langfristig die Bewohner vor allem brasilianischer urbaner Ballungsräume von einer weniger durch Schwefel belasteten Luft.

Ab Beginn diesen Jahres müssen alle neu produzierten, schweren Automobile, wie SUV oder LKW, für diesen Dieselkraftstoff ausgelegt sein und damit ist die Erwartung, dass ab Ende 2012 die Nachfrage nach dem neuen Diesel mit jedem neu verkauften Automobil stetig steige. Für die bisher ausgewählten Tankstellen, die den Diesel S50 obligatorisch anbieten müssen, ist diese Einführung allerdings ein Problem. Die rund 3.000 Tankstellen können diesen Diesel nur rund 30 bis 60 Tage in ihren Tanks lagern, bis er verbraucht sein muss. Nach der Einführung des Superbenzins E10 in Deutschland war die Situation eine sehr vergleichbare. Nach kurzer Zeit sanken bereits wegen der geringen Nachfrage die Preise. Für die nationale Agentur für Kraftstoffe, Naturgas und Biokraftstoffe (Agência Nacional de Petróleo, Gás Natural e Biocombustíveis, kurz: ANP) ist dies auch eine Frage der Qualität. Da wenig konsumiert wird, werden wohl die Preise sinken, so die Vermutung der ANP, aber die Qualität des Diesels dürfe nicht an der Situation des geringen Konsums leiden. (mas)