Gegen den Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Eduardo Cunha, läuft eine weitere Ermittlung. / Copyright: Agência Brasil Brasília - O presidente da Câmara, deputado Eduardo Cunha, fala à imprensa sobre a realização de sessão extraordinária da Câmara e a sessão do Congresso Nacional para votar vetos (José Cruz/Agência Brasil)

Gegen den Präsidenten der brasilianischen Abgeordnetenkammer, Eduardo Cunha (PMDB), ist in der Schweiz eine neue Ermittlung wegen des Verdachts auf Korruption und Geldwäsche eröffnet worden. Schweizer Ermittlungsbehörden sperrten bereits ein mutmaßliches Konto Cunhas.

Wie mehrere Zeitungen berichteten, wird Cunha verdächtigt, in mindestens einem Fall Schmiergeld empfangen zu haben. Im Gegenzug soll der konservative Politiker „privilegierte Verkaufsinformationen“ über ein Erdölfeld in Benin, Afrika, an Petrobras weitergegeben haben.

Die Ermittlung in der Schweiz wurde bereits im April dieses Jahres eröffnet. Nun herrscht zunehmend Sicherheit über eine Beteiligung Cunhas in diesem Korruptionsfall, berichtet die Zeitung Valor Econômico. Ein schweizerisches Konto Cunhas, auf das für diesen Zweck eingezahlt worden sei, ist durch die Schweizer Behörden gesperrt worden. Für die Informationen soll Cunha mindestens fünf Millionen US-Dollar erhalten haben, berichtet der O Estado de S. Paulo unter Berufung auf Quellen aus der Schweiz.

Die betreffenden Ermittlungsunterlagen werden zudem dem Generalstaatsanwalt in Brasilien, Rodrigo Janot, zugesandt. Diese muss dann entscheiden, ob eine weitere Ermittlung zu noch einem Korruptionsfall in Verbindung mit Cunha oder ein zweites Verfahren gegen diesen eröffnet wird, schreibt der Valor.

Die Belastung Cunhas scheint konkret. Im Rahmen der bereits mehrmonatigen Untersuchung „Lava Jato“ wegen Korruption und Kartellbildung um die brasilianische Petrobras hatte am Freitag (23.09.) der frühere Manager von Petrobras, João Henriques, gegenüber der brasilianischen Bundespolizei ausgesagt, er habe für Informationen Geld auf das von einem Mittelsmann genannte Schweizer Konto einzahlen sollen. Später habe er herausgefunden, dass dieses Cunha gehöre.

Trotz mehrerer anhängiger Verfahren bestreitet Cunha derzeit „jede Beteiligung in Unregelmäßigkeiten“, zitiert der Estado de S. Paulo. (ms)

Quellen: Valor Econômico und O Estado de S. Paulo