Die brasilianische Bundespolizei rückte im Juni zu Untersuchungen im Sitz der Odebrecht-Gruppe in Rio de Janeiro an. / Copyright: Agência Brasil Policiais federais cumprem mandados de busca e apreensão na sede da empreiteira Norberto Odebrecht, no Rio de Janeiro, como parte da 14ª fase da Operação Lava Jato (Tânia Rêgo/Agência Brasil)

Eines der führenden brasilianischen Bauunternehmen, der Odebrecht-Konzern, ist in den Fokus der Schweizer Ermittlungsbehörden geraten. Medienberichten zufolge hat die dortige Staatsanwaltschaft Indizien dafür entdeckt, dass Odebrecht Konten im Alpenland genutzt haben soll, um Schmiergelder an Manager von Petrobras zu zahlen.

Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag (22.7.) mitteilte, „werden Firmen des Odebrecht-Konzerns verdächtigt, Konten in der Schweiz zu nutzen, um Schmiergeldzahlungen an Ex-Direktoren der Petrobras zu leisten, die auch Konten in der Schweiz haben“, wie die Zeitung Valor Econômico berichtet.

Die schweizerische Staatsanwaltschaft bestätigte zudem, dass „zahlreiche Ermittlungen“ zu Petrobras eröffnet worden seien. Nur eine davon habe den Baukonzern Odebrecht, aber auch mit diesem in Verbindung stehende Personen und Subunternehmen im Fokus.

Der Generalstaatsanwalt Michael Lauber versicherte die Zusammenarbeit mit den Ermittlungen „Lava Jato“ in Brasilien. Die gewonnenen Informationen seien auch den brasilianischen Ermittlungsbehörden zugesandt worden. Mindestens 400 Millionen US-Dollar seien seit Beginn der Untersuchungen in der Schweiz eingefroren worden.

Wie der Valor berichtet, hat das frühere Vorstandsmitglied von Petrobras, Paulo Roberto Costa, bereits im vergangenen Jahr ausgesagt, in der Schweiz mehr als 20 Millionen US-Dollar empfangen zu haben. Der Ex-Manager des Erdölkonzerns, Pedro Barusco, gab an, 97 Millionen US-Dollar von unterschiedlichen Auftragnehmern von Petrobras erhalten zu haben. Darunter auch Odebrecht.

Im „Petrolão“-Korruptionsskandal sollen zwischen 2003 und 2013 Schmiergelder in Milliardenhöhe bei der Vergabe von Petrobras-Aufträgen geflossen sein. Im Zuge der Ermittlungen wurden in den vergangenen Monaten mehrere Manager des Konzerns wegen Bestechung verhaftet. Gegen rund 50 Politiker wird ermittelt. (ms)

Quelle: Valor Econômico