Schweizer Zahnimplantats-Unternehmen geht nach Brasilien

18.05.2012 | Wirtschaft |
Das Unternehmen Straumann geht von einem enormen Zuwachs in der plastischen Zahnchirurgie aus / Copyright: Wikimedia Commons (o.V.)

Das Unternehmen Straumann geht von einem enormen Zuwachs in der plastischen Zahnchirurgie in Brasilien aus / Copyright: Wikimedia Commons (o.V.)

Die schweizer Firma Straumann, Hersteller für Zahnimplantate, erwirbt 49 Prozent des brasilianischen Unternehmens Neodent. Straumann will damit am boomenden Markt für Schönheitschirurgie in Brasilien teilhaben, um nicht nur auf den schwachen europäischen Markt angewiesen zu sein.

Kosmetische Zahnchirurgie ist ein florierender Markt in Lateinamerika, vor allem in Brasilien. Das Unternehmen Straumann geht davon aus, dass der Markt aufgrund einer immer größer werdenden Mittelschicht weiter wachsen wird. In Brasilien wurden im Jahr 2011 rund zwei Millionen Zahnimplantate verkauft. Damit ist der brasilianische Markt nach dem US-amerikanischen Markt weltweit der zweitgrößte. Neodent bediente im letzten Jahr mit einem Umsatz von 167 Millionen Reais (rund 65.5 Millionen Euro) ein Drittel des brasilianischen Gesamtmarktes.

Experten stuften den Kauf zwar als kostspielig, aber sinnvoll ein. Straumann hatte 260 Millionen Schweizer Franken (rund 217 Millionen Euro) für die Anteile von Neodent gezahlt. Die Erschließung des brasilianischen Marktes sei ein wichtiger Schritt für die schweizer Firma, so Carla Baenziger, Expertin der schweizer Privatbank Vontobel.

Straumann plant, den Umsatz des Unternehmens und auch die Zahl der Angestellten bis zum Jahr 2020 mindestens zu verdoppeln. Das Unternehmen spekuliert mit einer operativen Marge von 25 Prozent im Jahr 2020. Die Firma geht davon aus, dass aufgrund alternder Gesellschaften und einem Anstieg der Mittelschicht in Lateinamerika die Nachfrage nach kosmetischer, erneuernder und stärkender Zahnchirurgie enorm ansteigen wird.

Laut der Internationalen Gesellschaft für Plastische Schönheitschirurgie (International Society of Aesthetic Plastic Surgery) befinden sich fünf lateinamerikanische Staaten (Brasilien, Mexiko, Argentinien, Kolumbien und Venezuela) unter den zwanzig Ländern, die im letzten Jahr die meisten Schönheitsoperationen zu verzeichnen hatten. (sg)


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