Brasilien ist das teuerste Schwellenland um Geschäfte zu machen / Copyright: Wikimedia: Supermao
Brasilien ist das teuerste Schwellenland um Geschäfte zu machen / Copyright: Wikimedia: Supermao

Brasilien ist das teuerste Schwellenland um Geschäfte zu machen / Copyright: Wikimedia: Supermao

Dass Brasilien als einer der aufstrebendsten Märkte weltweit gilt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Ein solides Wirtschaftswachstum sowie die ansteigenden Zahlen für ausländische Investitionen galten dafür als ein eindeutiges Indiz. Grund dafür waren bis jetzt auch das günstige Investitionsklima sowie die wachsende Kaufkraft der Brasilianer in dem Land zwischen den tropischen Wendekreisen.

Eine Untersuchung von KPMG mit dem Titel „Wettbewerbsalternative“ zeigt nun jedoch, dass Brasilien im Vergleich zu anderen Schwellenländern ganz und gar nicht billig ist. Die Zahlen zeigen sogar, dass es mitunter genauso teuer ist, in Brasilien zu investieren wie in anderen Industrieländern.

Die Untersuchung vergleicht ausgehend von der Kostenstruktur der USA die Bedingungen für Firmen in insgesamt 14 Ländern. Dabei wurden u.a. Parameter wie Steuern, Lohnkosten, Betriebs- und Kapitalkosten miteinbezogen. Die Untersuchung zieht insgesamt 19 Produktionssektoren zum Vergleich heran, angefangen von Manufakturbetrieben über Lebensmittelverarbeitung, Automobilherstellung oder Videospielproduktion.

In all diesen Bereichen ist Brasilien das teuerste Land unter den verglichenen Schwellenländern. Im direkten Vergleich zum Gradmesser USA ist Brasilien für Investitionen gerade einmal sieben Prozent günstiger.

Unter den verglichenen Ländern verfügt China mit einer um 25,8 Prozent günstigeren Kostenstruktur als die USA über das freundlichste Investitionsklima. Es wird gefolgt von Indien (25,3 Prozent) und Mexiko (24,53Prozent). Einzig Deutschland (0,1 Prozent), Australien (3,7 Prozent) und Japan (9,5 Prozent) sind teurer als die USA.

Betrachtet man nur den Automobilsektor Brasiliens, so ist das Land gerade einmal 5,4 Prozent günstiger als die USA, Mexiko dazu im Vergleich jedoch 13 Prozent. Bei Steuern und Abgaben ist Brasilien sogar 43 Prozent teuer als die USA.

Am eindrucksvollsten zeigt die Studie jedoch, dass die steuerlichen Anreize für Direktinvestitionen im Bereich Forschung und Entwicklung unter den Ländern im Vergleich in Brasilien am geringsten ausfallen. Gerade in diesem Schlüsselbereich für die zukünftige Wettberwerbsfähigkeit des industriellen Sektors bietet Brasilien das vergleichsweise ungünstigste Investitionsklima.

Für KPMG ist die Tatsache, dass Brasilien immernoch als Schwellenland bezeichnet wird und dabei im Vergleich zu Industrieländern oft teurer ist, „ein Rätsel“. (er)