Brasilianische Werften erleben massiven Rückgang der Beschäftigten. / Copyright: Agência Brasil Brasilianische Werften erleben massiven Rückgang der Beschäftiten. / Copyright: Agência Brasil

Seit der Intensivierung der Ermittlungen „Lava Jato“ um die Korruptionsaffäre bei Petrobras im Dezember 2014 sind auf brasilianischen Werften etwa 10.000 Stellen verloren gegangen. Während Ende letzten Jahres noch 82.472 Beschäftigte im Schiffsbau tätig gewesen sind, lag die Anzahl Ende März 2015 nur noch bei 72.006, wie der Verband der Schiffswerften, Sinaval (Sindicato Nacional da Indústria da Construção e Reparação Naval e Offshore), mitteilte. Zudem könnten weitere 30.000 Stellen bis Jahresmitte gestrichen sein, wenn die Situation um den halbstaatlichen Mineralölkonzern Petrobras weiterhin ungewiss bliebe.

Wie die Zeitung Exame berichtet (29.04.), ist die aktuelle Krise auf zwei Gründe zurück zuführen. Zum einen sei die Lage „überhitzt“ und zu optimistisch gewesen. Zwischen 2004 und 2014 habe sich die Anzahl der Beschäftigten versechsfacht. Der Rückgang in 2015 folge einerseits der Logik, dass es im Jahr 2014 zur Fertigstellung vieler Aufträge gekommen ist. Insgesamt wurden 79 Schiffe, Bohrinseln und anderes ausgeliefert. Eine Obergrenze des Bedarfs sei mittlerweile erreicht worden, sodass die Zahl der Beschäftigten fiel.

Andererseits führt der Sinaval die Einbußen vor allem auf die Verwicklungen vieler Unternehmen in den Korruptionsskandal um Petrobras zurück. Aufgrund von Ermittlungen gegen viele frühere führende Mitarbeiter der Schiffsbaukonzerne lägen Aufträge und Projekte auf Eis. Demnach seien 324 Bauprojekte von dem Baustopp betroffen, wie Exame schreibt. Die Probleme im Sektor könnten sich noch für Jahre hinziehen, fürchten Vertreter des Sinaval. (ms)

Quelle: Exame