Bei den geheimen Preisabsprachen soll es auch um solche Stadtbahnen gegangen sein. / Copyright: WikiCommens: Patriarca12
Bei den geheimen Preisabsprachen soll es auch um solche Stadtbahnen gegangen sein. / Copyright: WikiCommens: Patriarca12

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Das deutsche Unternehmen Siemens in Brasilien hat sich wegen Preisabsprachen und der Bildung eines Kartells mit der Konkurrenz selbst angezeigt. Laut Bericht der brasilianischen Tageszeitung Folha de S. Paulo vom gestrigen Sonntag (14.07.) soll es sich vor allem um Preisabsprachen bei Ausschreibungen für den Bau, die Ausstattung und die Wartung von Zügen und S-Bahnen gehandelt haben. Betroffen sind die Städte São Paulo und der Bundesdistrikt der Hauptstadt Brasilía.

Dem Kartell sollen auch die französische Alstom, die kanadische Bombardier, die spanische CAF und die japanische Mitsui angehören. Durch die illegalen Preisabsprachen bei Bewerbungen auf Ausschreibungen soll es zu zehn bis 20 Prozent teureren Angeboten gekommen sein als marktüblich. Informationen der Folha zufolge fand der Betrug mittels Subunternehmen statt. Laut den Anschuldigungen von Siemens agierte das Kartell in mindestens sechs Auftragsvergaben.

Im Zuge der Selbstanzeige kam es zu einem Abkommen zwischen den Strafverfolgungsbehörden und dem Vorstand von Siemens. Dieser könne mit der Aussetzung der Strafverfolgung rechnen. Diese Regelung tritt in Kraft, wenn ein Mitglied eines Kartells aus eigener Initiative ein Kartell verlässt, dieses anzeigt und Beweise liefert.

Die Selbstanzeige kommt zu einem brisanten Moment. Im kommenden Monat soll das Projekt der Schnellbahntrasse Rio de Janeiro – São Paulo ausgeschrieben werden. Alle am Kartell beteilgten Unternehmen gehörten bisher zu den Hauptkandidaten für den Zuschlag des sogenannten Megaprojektes. Siemens war auch in den vergangenen Jahren bereits in einigen Ländern wegen Bestechung und unfairen Marktmethoden zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. (ms)