CNI kritisiert Zinserhöhung stark. / Copyright: Wikimedia Commons, OPLOP

Der brasilianische Zentralbank hat zum sechsten Mal in Folge den Basiszinssatz Selic angehoben – nunmehr auf 13,75 Prozent im Jahr. Bei verschiedenen Wirtschaftsvertretern hat das zu Unmut geführt, wie beispielsweise dem brasilianischen Industrieverband CNI. Durch die Zinserhöhung würde die Produktivität der Wirtschaft beeinträchtigt, so die Kritik, da dadurch das Betriebskapital der Unternehmen verteuert, die Investitionen gehemmt und der Konsum der Haushalte eingeschränkt werden würden.

In einer Mitteilung erklärte der CNI, dass die Zinsanhebung den Rückgang der Wirtschaft weiter verschärfe. Für den Verband sollte die Zentralbank berücksichtigen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Abfall der Produktivität dazu beitragen, die Preise zu sichern, was weitere Zinserhöhung nicht mehr notwendig mache. Die Kürzung der öffentlichen Ausgaben helfe zudem die Inflation zu kontrollieren.

Die Kombination aus Steuer- und Währungspolitik schränkt laut CNI außerdem die Wirkung der wirtschaftlichen Anpassungen für Hersteller und Konsumenten ein. „Die Industrie weist daraufhin, dass die Finanzmaßnahmen der Regierung für die Wiedergewinnung des Vertrauens der Unternehmer wichtig sind sowie die Notwendigkeit für weitere Zinserhöhungen aufhebt.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil