Die "Carteira de Trabalho e Previdência Social", dokumentiert alle sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten, denen ein Brasilianer nachgeht / Copyright: Agência Brasil

Die Carteira de Trabalho e Previdência Social, ein Ausweis, der alle sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten, eines Brasilianers dokumentiert. / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Senat hat gestern (10.08.) die provisorische Maßnahme 529 (Medida provisória, kurz: MP) verabschiedet. Demnach wird der Sozialversicherungsbeitrag für Kleinunternehmer und Selbstständige von 11% auf 5% gesenkt. Ziel ist es, die Arbeit von Selbstständigen und Händlern mit geringem Einkommen zu fördern.

Zudem sieht die geänderte Regelung vor, dass nicht erwerbstätige Frauen, die in Haushalten mit einem Einkommen von bis zu zwei brasilianischen Mindestlöhnen leben, monatlich 27,25 R$ an das nationale Institut für Sozialversicherung (Instituto Nacional da Seguridade Social, kurz: INSS) zahlen. Dies ermöglicht ihnen später das monatliche Renteneinkommen in Höhe eines Mindestlohnes (545 R$).

Außerdem können diese Frauen zukünftig zusätzliche Ansprüche geltend machen. So erhalten sie das Mutterschaftsgeld und auch im Todesfall des Beitragszahlers bekommt die betroffene Familie weiterhin finanzielle Unterstützung.

Ein weiterer Abschnitt des Gesetzes, der mit der neuen Maßnahme geändert wird, betrifft die kontinuierliche Leistung, die Menschen mit Behinderung beziehen. Bisher wurde ihnen die Unterstützung verwehrt, sobald sie eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufgenommen haben. Mit der Änderung des Gesetzes bekommen sie auch nach einer Kündigung finanzielle Hilfen. Die provisorische Maßnahme wird nun der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff zur Genehmigung vorgelegt. (gp)