Der brasilianische Finanzminsiter, Guido Mantega, kündigt die Senkung von Zollen an, um die Kosten der heimischen Industrie zu senken. / Copyright: Agência Brasil
Der brasilianische Finanzminsiter, Guido Mantega, kündigt die Senkung von Zollen an, um die Kosten der heimischen Industrie zu senken. / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminsiter, Guido Mantega, kündigt die Senkung von Zollen an, um die Kosten der heimischen Industrie zu senken. / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Regierung hat die Senkung von Zöllen auf Rohstoffe und industrielle Baukomponenten angekündigt. Durch die Maßnahme sollen die Kosten der heimischen Industrie gesenkt werden. Diese litt zuletzt an der Verteuerung des Dollars gegenüber dem brasilianischen Real, was den Einkauf von Rohstoffen und Bauteilen auf dem Weltmarkt erschwerte und die brasilianische Industrie bremste.

Der Finanzminister, Guido Mantega, äußerte im Interview mit den Dow Jones Newswires, dass mit den Zollsenkungen die Kosten der Industrie ausgeglichen werden und die kürzliche Abwertung der brasilianischen Währung aufgefangen werden sollen. Derzeit kostet ein US-Dollar umgerechnet 2,26 Reais (circa 0,75 Euro) entgegen einem Wert von 2,05 Reais (etwa 0,68 Euro) zu Beginn des Jahres. Dies entspricht einer Teuerungsrate von zehn Prozent.

Grundsätzlich ist Brasilien ein großer Exporteur von Rohstoffen wie etwa Soja oder Eisenerz, so dass die Abwertung der brasilianischen Währung auf dem Weltmarkt Absatzvorteile mit sich bringt. Auf der anderen Seite stellt dies für das Schwellenland mit seiner starken industriellen Ausrichtung ein Hindernis für das wirtschaftliche Wachstum dar.

Noch während der ersten Jahre der globalen Finanzkrise, mit dem Ausbruch in 2008, hob sich Brasilien weltweit als sicherer Hort für Anlagen und Vermögen von Unternehmen hervor. Im Jahr 2010 erreichte das brasilianische BIP ein Wachstum von 7,5 Prozent. Dann wurde zuerst in den USA und später auch in Japan und der EU der Leitzins der jeweiligen Währung auf 0,25 beziehungsweise 0,30 und 0,50 Prozentpunkte gesetzt. Geld wurde in diesen Währungsräumen quasi umsonst angeboten, was mittelfristig zur Inflation auch in den Schwellenländern wie Brasilien, Russland und der Türkei führte.

Mit hohen Leitzinsen von 8,5 Prozent wird seit diesem Jahr in diesen Ländern gegen die Inflation von 7,5 Prozent angegangen, was wiederum die heimische Wirtschaft lähmt. In der Folge wird ein Wachstum von nur 2,5 Prozent in diesem Jahr erwartet. Guido Mantega führte diesbezüglich vor Jahren den Begriff des „Währungskrieges“ ein. (ms)