Siemens-Standort in München / Copyright: Wikipedia, GNU, Rufus46

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Wie gestern (24.05.) bekannt wurde, plant Siemens seine Aktivitäten in Brasilien kräftig auszubauen. Nach Konzernangaben will das Unternehmen im Laufe der kommenden fünf Jahre rund eine Milliarde US-Dollar (ca. 800 Millionen Euro) in seine bereits vorhandenen Kapazitäten im Land investieren. Siemens ist in Brasilien derzeit mit seinen Geschäftsbereichen Energie, Industrie, Infrastruktur und Stadt sowie Gesundheitsversorgung vertreten. Hauptsächlich sollen die nun geplanten Investitionen dem Ausbau in der Produktion und der Dienstleistungen im Bereich Energie dienen. Auch die Investition in Forschung- und Entwicklung (F&E) steht mit auf der Agenda, da Siemens noch in diesem Jahr in Rio de Janeiro ein neues F&E-Zentrum zur Öl- und Gasforschung mit 200 Forschern eröffnen möchte. Ein weiterer Teil der geplanten Investitionen soll als Kapital für die Geschäftsausweitung in einzelnen Bereichen dienen.

Die Entscheidung für die Investitionen in Brasilien hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Siemens selbst spricht vor allem von den guten Aussichten für den brasilianischen Markt und die Wirtschaft in dem Land. So gut wie derzeit seien die Erwartungen zuvor noch nicht gewesen. Die Entscheidung zur Investition kann aber auch einen anderen Zusammenhang haben. Da Importe von Industrieprodukten nach Brasilien mit hohen Zöllen belastet werden, kann nur derjenige konkurrenzfähig auf dem brasilianischen Markt anbieten, der auch vor Ort ausreichend Kapazitäten aufweist und vor Ort produziert. Zusätzlich hat sich in den letzten Monaten die Situation für Importe durch den hohen Kurs des US-Dollar weiter verschlechtert. Das Risiko, durch Wechselkursschwankungen seine Produkte entweder zu einem noch höheren Preis anbieten oder gar Verluste aus dem Verkauf ziehen zu müssen, kann Siemens durch ein stärkeres Engagement vor Ort ebenfalls vermeiden.

Siemens jedenfalls plant, seinen Umsatz mit diesen neuen Investitionen bis 2017 in Brasilien zu verdoppeln. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 10.000 Mitarbeiter in Brasilien und hat in 2011 einen Umsatz von 2,8 Milliarden US-Dollar (ca. 2,2 Milliarden Euro) erwirtschaftet. (mas)