Die Abgeordnetenkammer wird morgen über die Verfassungsänderung abstimmen / Copyright: Agência Brasil
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Die Abgeordnetenkammer und der Senat haben vereinbart, eine Verfassungsänderung in Bezug auf Sklavenarbeit vorzunehmen. Die Bancada ruralista (eine Fraktion der Abgeordnetenkammer, die sich für die Rechte der Landbevölkerung einsetzt) hatte darauf gedrängt, Sklavenarbeit in der Verfassung neu zu definieren, um demütigende Arbeit und erniedrigende Arbeitsbedingungen zu bekämpfen und diejenigen rechtlich verfolgen zu können, die diese Art Arbeit unterstützen.

Laut Verfassungsänderung soll Eigentümern ihr Land aberkannt werden, wenn darauf Sklavenarbeit betrieben wird. Die Senatorin Ana Amélia der Fortschrittspartei (Partido Progressista, kurz: PP) gab jedoch zu bedenken, dass man die Änderung nochmals überarbeiten müsse, um rechtlich nicht in Bedrängnis zu kommen. Denn nach jetziger Änderung würde auch denjenigen ihr Land aberkannt werden, die Grundstücke an einen Pächter vermietet haben, der Sklavenarbeit betreibt, ohne dass die Eigentümer selbst davon wussten. Der Vorschlag zur Änderung der Verfassung sei bereits zehn Jahre alt und entspräche nicht mehr der aktuellen Situation, so Amélia. Durch soziale Bewegungen hätte sich in jüngster Vergangenheit viel verändert, was in der Änderung berücksichtigt werden müsse.

Die Änderung der Verfassung zum Thema Sklavenarbeit geht einher mit der neuen Handhabe beim Anbau von Pflanzen, die zur Produktion von Rauschgift verwendet werden. Auch in diesen Fällen wird dem Eigentümer des Landes sein Land ohne jegliche Entschädigung aberkannt. Auch die angebauten Produkte würden konfisziert und vernichtet werden.

An der Verfassungsänderung wird zur Stunde noch gefeilt. Der Präsident der Abgeordnetenkammer Marco Maia sieht eine Abstimmung darüber jedoch weiterhin für morgen (22.05.) vor. (sg)