Rund 40 Prozent der Brasilianer im Alter von 18 Jahren oder mehr sind verschuldet. / Copyright: Wikimedia Commons
Rund 40 Prozent der Brasilianer im Alter von 18 Jahren oder mehr sind verschuldet. / Copyright: Wikimedia Commons

Rund 40 Prozent der Brasilianer im Alter von 18 Jahren oder mehr sind verschuldet. / Copyright: Wikimedia Commons

Die Zahl der Verbraucher, die in Brasilien mit Zahlungen im Rückstand sind, hat in diesem Jahr bereits den Rekordstand von 57 Millionen erreicht, wie die Unternehmensberatung Serasa Experian berichtet. Die Gesamtzahl der Verbraucher mit Zahlungsrückständen ist damit höher als im August 2013, als die Anzahl bei 55 Millionen lag. Im gleichen Monat des Jahres 2012 waren es 52 Millionen Menschen gewesen. Die entsprechende Studie zeigt auch, dass 60 Prozent der Schuldner monatliche Rechnungen zu bezahlen haben, deren Kosten mehr als 100 Prozent des monatlichen Einkommens ausmachen.

Laut der Experten von Serasa Experian sind Gründe für den Anstieg die zunehmende Verschuldung der Haushalte und die Unfähigkeit der Verbraucher für neue Kredite aufzukommen, ohne dabei die festen monatlichen Rechnungen im Blick zu haben sowie andere bereits geschlossene Verpflichtungen. Auch der Einkauf auf Ratenzahlung mit hohen Zinsen, wie bei Möbeln und Autos, sowie die hohen Kosten für die Nutzung von Überziehungskrediten minimieren das Budget der Haushalte und tragen zur den Verschuldungen bei.

„Die Höhe der Verschuldung könnte höher ausfallen, jedoch mildern die Entwicklung der Einkommen und die niedrige Arbeitslosigkeit die Situation ab. Die derzeitige Lage ist beunruhigend, da rund 40 Prozent der Brasilianer im Alter von 18 Jahren oder mehr verschuldet sind. Aber noch ist die Situation nicht alarmierend, da die Höhe der Verschuldung bei der Mehrheit eher niedrig ist. Allerdings gilt es, die Lage mit erhöhter Aufmerksamkeit zu beobachten“, sagt Vander Nagata von Serasa Experian.

Seiner Meinung nach kann der Trend zur Unfähigkeit mit Geld umzugehen mit entsprechenden Bildungsangeboten behoben werden, um das Basiswissen in ein bewusstes Verhalten umzuwandeln, wodurch Impulskäufe und Prestigekäufe vermieden werden können. „Das ist die Herausforderung für die Brasilianer, die heute mehr ausgeben als sie verdienen, obwohl ihnen die Problematik dieses Handelns bekannt ist“, so Nagata. (ls)