Solarpaneele sind für einige brasilianische Haushalte bereits heute rentabel / Copyright: Wikimedia, M. Abdollahi

Solarpaneele sind für einige brasilianische Haushalte bereits heute rentabel / Copyright: Wikimedia, M. Abdollahi

Das brasilianische Unternehmen für Energieforschung (Empresa de Pesquisa Energética, kurz: EPE), das dem Energie und Bergbauministerium (Ministério de Minas e Energia) untergeordnet ist, hat in einer neuen Studie Standorte für die Solarproduktion von Energie untersucht und dabei sowohl die privaten Haushalte als mögliche Produzenten im Blick gehabt als auch die industrielle Solarenergieproduktion. Der Untersuchung zufolge ist bereits heute die lokale häusliche Produktion von Solarenergie für bereits rund 15 Prozent der brasilianischen Haushalte wirtschaftlich sinnvoll.

Die Studie verglich Investitionskosten und Produktionsleistung bei kleinen Anlagen mit den örtlichen Stromtarifen. Die kleinen privaten Solaranlagen sind in der Lage zu einem Preis von rund 602 Reais (ca. 240 Euro) je Megawattstunde (MWh) zu produzieren und liegen damit in einigen Provinzen unter dem derzeitigen regulären Strompreis. Für zehn der insgesamt 60 brasilianischen Stromanbieter liegt der erzielte Produktionspreis der privat produzierten Solarenergie unter dem regulären Preis.

Seit diesem Jahr gelten in Brasilien ähnliche Einspeiseregelungen wie auf dem deutschen Strommarkt. So dürfen nun auch Privathaushalte ihren überschüssig produzierten Strom in das Netz einspeisen und erhalten dafür eine Vergütung. Nach Einschätzung des EPE könnte die Photovoltaik für 98 Prozent der brasilianischen Haushalte rentabel sein, wenn die brasilianische Regierung die Produktion von Solarpaneelen fördert und vor allem die Steuer auf Industrieprodukte und die Gewinnbesteuerung für Solarmodule senken würde.

Anders sieht die Situation derzeit noch bei großen Anlagen zur Produktion von Solarenergie aus. Diese sind nach den Berechnungen des EPE noch immer nicht rentabel und die brasilianische Regierung müsste sehr stark in den Markt eingreifen, damit sich die Solarenergie-Produktion hier rentabel zeigt. Die EPE schlägt ähnlich dem deutschen Modell eine eigene Solarstrom-Börse vor, damit die erneuerbare Energie sich im direkten Handel nicht mit sehr viel günstiger Energie aus Wasser- oder fossiler Kraftquelle vergleichen muss. Derzeit ist Solarstrom aus zentraler Produktion um ein vielfaches teurer als konventionell hergestellte Energie. (mas)