Brasilien erhält besseres Kreditrating durch Standard & Poor's / Copyright: Standard & Poor's

Brasilien erhält besseres Kreditrating durch Standard & Poor's / Copyright: Standard & Poor's

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat gestern die Bonitätseinstufung langfristiger Fremdwährungsanleihen des Staates Brasilien um einen Level, von BBB- auf BBB, heraufgesetzt. Zugleich hat die Agentur die langfristige Kreditwürdigkeit in den von Brasilianischen Reais (BRL) denominierten Obligationen von BBB+ auf A- angehoben.

„Wir erwarten, dass eine vorsichtige Fiskal- und Geldpolitik der brasilianischen Regierung, verbunden mit der wachsenden wirtschaftlichen Widerstandskraft des Landes, mögliche Auswirkungen externer negativer Einflüsse abschwächt und zu langfristigen nachhaltigem Wachstum führen wird“, so S&P im Zusammenhang mit der Bekanntgabe des neuen Ratings.

Laut einer Umfrage der brasiliansichen Zentralbank (Banco Central), in der rund 100 Wirtschaftsexperten befragt wurden, wird Brasilien, Lateinamerikas größter Volkswirtschaft, in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund 3,16 Prozent vorausgesagt. Letztes Jahr betrug das Wachstum 7,5 Prozent, dem höchsten Wert seit über zwei Jahrzehnten.

Brasiliens Rating-Heraufstufung folge der Anwendung einer umsichtigen makroökonomischen Politik, die den Weg für eine „flexiblere“ Geldpolitik geebnet habe, erklärte das brasilianische Finanzministerium gestern laut Reuters-Informationen. Die brasilianische Notenbank hatte erst Ende Oktober dieses Jahres den Leitzins von 12 auf 11,5 Prozent gesenkt, obwohl sich der Inflationsanstieg bereits sehr nahe an dem gewünschten Zielwert von 4,5 Prozent bewegt.

Das Rating-Upgrade bietet Brasilien eine bessere Krediteinschätzung und weiterhin einen Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten trotz des etwas schwächeren Konjunkturverlaufes als im Vorjahr. (tfb)