Analysten schätzen die Situation als besorgniserregend ein. / Copyright: Wikimedia Commons

Der Realumsatz der Mikro- und Kleinunternehmen in der Stadt São Paulo ist zum fünften Mal in Folge gesunken, zuletzt im Mai um 10,2 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Das zeigt die monatliche Erhebung des Servicedienstleisters für kleine Unternehmen, Sebrae-SP. Der Rückgang der Kaufkraft der Bevölkerung hat den Konsum im Inland sinken lassen, das hat vor allem die Industrie (-17,4 Prozent), der Handel (-4,5 Prozent) und der Dienstleistungssektor (-13,6 Prozent) zu spüren bekommen.

Laut dem Sebrae-SP wirkt sich die schwache wirtschaftliche Leistung des Landes negativ auf alle Sektoren aus. „Es ist ein besorgniserregendes Szenario, weil die Lage für die kleinen Firmen ungünstig bleibt, die weniger Spielraum haben, um die Hindernisse zu umschiffen“, so der Sebrae. Die Einnahmen der Mikro- und Kleinunternehmen im Mai lagen insgesamt bei 45,6 Milliarden Reais, und damit 5,2 Milliarden Reais niedriger als im Mai 2014.

Analysten des Sebrae-SP heben in ihrer Begründung hervor, dass mehr Brasilianer arbeitslos sind und die Preise im Handel immer weiter steigen. „Mit weniger Geld in der Tasche oder Angst, etwas auszugeben, weil man nicht weiß, was kommt, zieht sich der Konsument zurück und alle Produktionsstufen sind betroffen.“

Im zweiten Halbjahr glauben 60 Prozent der Unternehmer, dass sich ihr Umsatz stabilisieren wird. Hinsichtlich der brasilianischen Wirtschaft erwarten 45 Prozent, dass das aktuelle Niveau gehalten werden kann. 38 Prozent allerdings gehen davon aus, dass sich die Situation verschlechtern wird. (ls)

Quelle: Agência Brasil