Nach dem Prinzip der Biofortifikation werden Nutzpflanzen mit einem höheren Nährwert gezüchtet. / Copyright: Agência Brasil
Nach dem Prinzip der Biofortifikation werden Nutzpflanzen mit einem höheren Nährwert gezüchtet. / Copyright: Agência Brasil

Nach dem Prinzip der Biofortifikation werden Nutzpflanzen mit einem höheren Nährwert gezüchtet. / Copyright: Agência Brasil

Es ist ein zukunftsweisendes Beispiel: Kleine Landwirte in der Stadt Magé im Bundesstaat Rio de Janeiro, die von der Institution „Embrapa Agroindústria de Alimentos“ (Institution für Lebensmittelwirtschaft) Samen für den Anbau von Süßkartoffeln nach dem Biofortifikationsprinzip bekommen hatten, erzielten damit einen überdurchschnittlichen Ertrag trotz der Dürre, die rund 40 Tage lang zu Beginn des Jahres in der Region herrschte. Biofortifikation meint eine spezielle Zucht von Pflanzen, bei der ihr Nährwert entweder durch herkömmliche selektive Züchtung oder Gentechnik erhöht wird. Ziel ist es, die Verringerung des Nährwertes zu verhindern und eine höhere Ernährungssicherheit in der Bevölkerung, vor allem der Bedürftigen, zu erreichen durch eine erhöhte Konzentration von Eisen, Zink und Pro-Vitamin A.

Eine Landwirtschaft mit Unterstützung von Außen kann somit eine neue Einkommensmöglichkeit für die Landwirte sein. In einer Hochrechnung zeigt der Forscher José Luiz Viana de Carvalho von Embrapa, dass das Ergebnis der Ernte über dem nationalen Erntedurchschnitt liegt, was acht Tonnen pro Hektar entspricht. Viana zufolge würde die Produktivität um je zehn Tonnen steigen, wenn in einem größeren Maßstab angebaut werden würde. „Das bedeutet, wenn wir uns sehr sorgsam um den Anbau kümmern, werden wir es schaffen, einen beachtlichen Ertrag unserer Arbeit zu erzielen“, erklärte der Forscher sinngemäß. Zum Stadtbezirk Magé gehört eine Reihe von Städten Rio de Janeiros, die Kulturen aus der Züchtung nach den Regeln der Biofortifikation innerhalb des Netzwerks BioFORT erhalten. Das Netzwerk vereint 59 Bezirke in neun Staaten: Maranhão, Piauí, Minas Gerais, Pernambuco, Espírito Santo, Rio de Janeiro, Bahia, Rondônia und Pará.

Die Lebensmittel, deren Nährwert von den Lebensmitteltechnikern des Embrapa angereichert wurde, sind Gemüse, Getreide und Wurzeln. Insgesamt gibt es acht Kulturen in Brasilien: Reis, Bohnen und gemeinsame Augenbohnen (schwarz-eyed), Mais, Weizen, Süßkartoffeln, Maniok und Kürbis. Um das Projekt möglich zu machen, sind auch noch andere Akteure neben dem Embrapa beteiligt. Im Fall von Magé zum Beispiel konnte der Anbau von den Süßkartoffeln dank der Vereinbarung zwischen Embrapa und der Stadtverwaltung von Magé, durch das Gemeindeamt für Nachhaltige Landwirtschaft und das Unternehmen für technische Assistenz und ländlichen Aufbau im Staat Rio de Janeiro (RJ-EMATER). (ls)